tail zu gehen, so wird er die nötigen Kulissen und Requisiten stärker seinemMilieu anpassen.
Nicht einmal in koptischen und syrischen Legenden entsprechen die geogra-phischen Verhältnisse den echten Gegebenheiten. Umso weniger wird manerwarten, daß sie sich in entfernten Räumen mit der Wirklichkeit decken,selbst wenn in der Regel der Name„ Ägypten“ festgehalten wird.
Nun überrascht eine Beobachtung: Die Flucht erfolgt ausnahmslos zu Lande- und nicht an oder über das Meer, wie es denkbar wäre auch wenn späterdann manchmal, bereits in Ägypten, die Reise mit einem Schiff auf demStrom fortgesetzt wird.
Warum? Eine eindeutige Antwort ist nicht möglich, doch könnte vielleichtdas ,, Evangelium Pseudo Matthaei" einen Hinweis geben. Dort lesen wir: 52),, Tunc Ioseph imposuit beatam Virginem cum puero super iumentum, it ipsesuper aliud ascendit et arripuit iter per montana et per desertum ut in Aegyp-tum securus perveniret; non enim per maritimam propter insidias pergerevoluerunt."( Sie[ scil. Josef und Maria] betrachteten also den Weg durch Ge-birge und Wüste als den von einem möglichen Hinterhalt weniger bedroh-ten.)
Sehen wir uns jedoch anhand verschiedener Texte den Ablauf des gesamtenFlucht- Berichtes einmal an. Gemeinsam ist den vorderasiatischen und euro-päischen Versionen die Vision im Traume, die Josef zuteil wird und zumeistauch die Worte des Engels:„, Suge et accipe puerum, et matrem eius, et fugein Aegyptum( Matthäus 2, 13)- mit leichter Variante bei Pseudo- Mat-thäus: ,, Tolle Mariam et infantem, et per viam eremi perge in Aegyptum."( XVII, 2)
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Es gibt aber, wie wir noch sehen werden, auch Varianten, in denen auf diesebeiden sonst für die Einleitung des Fluchtberichtes wichtigen Elemente ver-zichtet wird. Die größere Nähe oder größere Distanz zu Matthäus läßt sichvielleicht auch hieraus ablesen.
In einem rumänischen Text³) setzt die Fluchtepisode mit jenem Zwang, dasKind zu verstecken ein, der sich in anderen Fassungen erst im Verlauf derFlucht selbst ergibt:
( 15) ERZÄHLUNG AUS DEM RUMÄNISCHEN
Herodes hat begriffen, daß ihn die fremden Könige betrogen hatten. Da ister sehr zornig geworden und er hat seine Soldaten ausgeschickt, alle Kinderbis zu drei Jahren umzubringen.
Die Soldaten sind in das erste Dorf gegangen und haben zu morden angefan-gen. Dann sind sie in das zweite Dorf gekommen. Dort sind schon alle Leuteaufgeregt gewesen, denn sie haben das Schreien aus dem Nachbardorf gehört.Und dann sind schnell, schnell schon die Soldaten gekommen und sie habenauch im zweiten Dorf angefangen, die Kinder zu ermorden.
Da sind einige Leute nach Bethlehem gelaufen und haben geschrien:„ Ver-steckt eure Kinder! Die Soldaten töten alle Kinder!"
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