In einzelnen Landschaften haben sich zwar Prosa- Erzählungen erhalten,doch gehen sie meist auf Dreikönigs- Spiele zurück.
Zu den wenigen eigentümlichen und originellen Texten, die wir betreffenddie Huldigung der Magier kennen, gehört eine arabische Legende, die PaulChantrain gelegentlich einer Exkursion 1965 in Mossul aufgenommen undaus dem Arabischen ins Französische übertragen hat."
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( 13) ERZÄHLUNG AUS DEM ARABISCHEN
Man erzählt sich, daß in jener Zeit, als Jesus Christus geboren worden ist, manam Himmel ein großes Sternbild hat aufleuchten sehen. Es waren zahlloseSterne, die sich wie ein Band über das Firmament erstreckten und die mannur in der Nacht erblicken konnte. Und dieses Band war wie der Umriẞ einesgroßen, großen Engels.
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Und man sagt, dieser Engel habe ganz leise gesungen, jedoch in einer Spra-che, die man nicht verstehen konnte. Es war die Sprache des Himmels undPriesternur wenige weise Männer-konnten sie verstehen.Und als sie den Gesang hörten, eilten sie ins Freie, erkannten den Engel undwußten, daß der Messias geboren war.
Und sie brachen noch in der gleichen Nacht auf, um den Ort zu suchen, wodas göttliche Kind die Erde betreten habe. Und es waren vier Männer, welchedas Lied des Engels verstanden hatten: einer aus Indien, einer aus Persien,einer aus Arabien und einer aus dem Lande vom Untergang der Sonne.Und ich weiß nicht, wieviele Tage und wieviele Wochen sie gereist sind. Siekonnten nur nachts reiten, denn am Tage war der Engel unsichtbar.Und obwohl die vier Männer aus so fernen Ländern stammten, konnten siedoch miteinander reden, denn es waren Weise.
Und es sagte einer davon zu den anderen:„ Brüder, die ihr von Gott gewecktwurdet, sagt mir: Was wollt ihr dem Königskind als Gabe bringen? Ein jedermöge sprechen, damit wir es wissen und damit wir sonst noch etwas besorgenkönnen, wenn es fehlt."
Und es sagte ein Zweiter: ,, Bruder, der du der älteste und weiseste von unsbist, gut hast du gesprochen. Und sieh, was ich dabei habe, um es dem heiligenKind darzubringen: Gold."
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Da sagte derjenige, der zuerst gesprochen hatte:„ Gut hast du getan, Bruder;denn das Gold wird man brauchen, denn das Kind und seine Eltern werdenfliehen müssen. Wuẞtest du das?"-„ Nein, das wußte ich nicht, Bruder."Und der Älteste sagte zum Dritten:„ Und du, was führst du bei dir?"-„ Ich,Bruder, habe ein Säckchen voll kostbarem Weihrauch."— ,, Es ist gut."Und er sagte zum Vierten: ,, Und was hast du mitgenommen?"
Da wickelte jener ein Gefäß aus einem Bündel Leinen, zeigte es den anderenund sagte:„, Leinen und Myrrhe."-„ Du denkst weit," sagte der Älteste,„ unddu tust gut daran."
Da sagte der Zweite von den Weisen:„ Du aber, Bruder, nun sag' du, nach-dem wir dir alles gezeigt haben, woher du kommst und was du als Geschenk
für den Messias bringst."
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