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Heilige Ereignisse - heilige Zeiten : Weihnachtserzählungen aus der mündlichen Überlieferung
Entstehung
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E. HULDIGUNG DER MAGIER( KÖNIGE)

,, Das Fest der Erscheinung des Herrn war zuerst dazu bestimmt, der Ideeder verschiedenen Offenbarungen Gottes an die Menschen in der Person desfleischgewordenen Wortes Feierlichkeit zu verleihen. Es war nicht in ersterLinie das Gedächtnis historischer Ereignisse( wie Ostern oder Pfingsten),sondern ein ideelles Fest, die Ankündigung der Fleischwerdung des Herrnsowie seiner geheimnisvollen Verbindung mit der Menschheit. Es bezogsich auf manche Ereignisse aus dem Leben des Herrn, in denen sich dieseVerbindung auf eine besondere Weise geoffenbart hatte...Edelby zählt unter den Ereignissen auf: die Geburt des Herrn, die den Hir-ten zuteil gewordene Verkündigung, die an die Weisen ergangene geheim-nisvolle Ankündigung und die Taufe Jesu im Jordan. Nach Meinung vonSchmitt/ Rajewskij gehörte hierzu auch noch die Verkündigung an Mariaund im Ostsyrischen hatte zeitweise der 6. Januar diese Bedeutung.

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Als im 4. Jahrhundert die Feier der Geburt auf den 25. Dezember verlegtund als selbständiges Fest begangen wurde, blieb dem 6. Januar nur nochdie Bedeutung als Huldigung der Magier im Westen und als Taufe im Jordanim Osten.

Wo man akzentuiert an der Theophanie in Form der Verkündigung an Ma-ria festgehalten hat, scheint das Fest der Geburt mit der Annäherung an einehistorische Feier auf Anfang Oktober verlegt worden zu sein( siehe Ve-zin! 38), was eine Verschiebung von Epiphanie im Sinne der Huldigung derMagier auf einen Termin im Dezember bewirkt hat.

Von der Anbetung der Weisen berichtet Matthäus 2, 1- 12. Die meistenApokryphen behandeln diese Episode auffallend karg. Nur relativ späteTexte wie das armenische Kindheit- Jesu- Evangelium und eine äthiopi-sche Version des Proto- Evangeliums- berichten sowohl von der Zahl derMagier, wie von ihren Namen( Kaspar, Melchior, Balthasar beziehungswei-se Tanisuram, Malik und Sissebâ). Diese Dreier- Version hat sich dannauch in Anlehnung an die Dreierzahl der Geschenke( Gold, Weihrauch,Myrrhe) durchgesetzt, obwohl in außerhalb der Apokryphen festgehaltenenBemerkungen von vier, acht, ja sogar zwölf Weisen die Rede ist. DasSchwanken hinsichtlich der Zahl ergibt sich auch nach Santos Otero³) in denalten bildlichen Darstellungen: Die alten und frühchristlichen Monumenteschillern sehr: in den Darstellungen der Katakomben erscheinen zwei, dreiund vier."

Wie nun die Apokryphen auffallend zurückhaltend sind, so hat auch diemündliche Erzähltradition nur recht spärlich über die Dreikönigs- Geschich-te mitgeteilt. Möglicherweise liegt ein Grund darin, daß ihr Inhalt mehr inlyrischer oder dramatischer Form lebendig geblieben ist. Das gilt bekannt-lich bis in die Gegenwart hinein, wo manche Dreikönigsbräuche neubelebtworden sind.( Näheres bei Richard Beitl, 40) dort auch bibliographische Hin-weise.)

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