Da wurden Ichim und Ana sehr betrübt, als sie diese Worte hörten, und ihrgroßer Kummer brachte sie dazu, daß sie eines schönen Tages ihr Haus ver-ließen und alle zwei in die Wildnis zogen: er in einen Teil der Wildnis und siein einen anderen Teil.
Wohin Ichim wegging und an welchem Ort er verblieb, weiß ich nicht. Anaaber schritt auf dem Weg weiter, den sie vorher eingeschlagen hatte, bis siezu einer Waldlichtung kam. Auf der Waldlichtung hat sie eingehalten und siehat sich auf einen Baumstumpf gesetzt, der dort zufällig in der Mitte der Lich-tung gewesen ist, und laut aufschluchzend hat sie begonnen, in einem Buchzu lesen, das sie mitgenommen hatte.
Während sie noch dabei war, in diesem Buch zu lesen, ist plötzlich ein Birn-blatt auf ihre Arme gefallen.
Als Ana das Blatt gesehen hat, hat sie sich sehr gewundert, wie und von woes hergekommen ist und auf ihre Arme gefallen sei, denn dort, wo sie war,stand kein einziger Birnbaum in der Nähe.
Und weil das Blatt so schön war, hat sie es vom Arm genommen und hat darangerochen. Und siehe! Im gleichen Augenblick, in dem sie daran gerochen hat,hat sie begonnen, schwanger zu sein.
Und als sie nun gesehen und gemerkt hatte, daß sie schwanger sei, ist sie vollFreude heimgekehrt. Und als sie im Hause angekommen war, hat sie sogleicheinen Boten zu Ichim geschickt, damit er auch ihn heimbrächte.
Als Ichim die Botschaft vernommen und erfahren hatte, von wem sie stammte,machte er sich gleich auf aus der Wildnis und ist zu seiner Gattin gekommen.Aber als er daheim angekommen ist, hat er Ana gefragt, warum sie einen Bo-ten zu ihm geschickt habe.
Ana hat angefangen, ihm alles zu erzählen und sie hat ihm gesagt, von wosie ausgegangen und wie sie in die Wildnis gelangt sei; und endlich sagte sieauch, daß sie an eine Waldlichtung gekommen sei und daß sie weinend aufeinem Baumstumpf gesessen sei; daß sie im Buch gelesen habe und daß plötz-lich sie wisse nicht wie noch woher- ein Birnblatt auf ihre Arme gefallensei. Und daß sie das Blatt genommen und daran gerochen habe, und wie siebegonnen habe, schwanger zu werden.
Ichim, der aufmerksam zugehört und alles, was sie ihm gesagt hat, genau ver-nommen hatte, sagte zu ihr:„ Solange du nicht mit mir zu der Waldlichtunggegangen bist und mir den Baumstumpf, auf dem du gesessen hast, und dasBirnblatt, das dir auf die Arme gefallen ist und an dem du gerochen hast,zeigst, solange glaube ich dir nicht. Ich muß vielmehr dahin kommen, etwasganz anderes zu glauben."
Als Ana gesehen hat, daß ihr Mann ihr nicht glaubte, hat sie sich sehr betrübt,und voll Bitterkeit hat sie zu ihm gesagt:„ Wenn du mir nicht glauben willst,so komm mit mir und schau selbst!"
Und darauf haben sich beide[ bei der Hand] genommen und sind in die Wild-nis gegangen. Und als sie zu der Waldlichtung gekommen sind, wo Ana gewe-sen war, hat sie ihm gleich den Baumstumpf gezeigt, auf dem sie gesessen,und das Blatt, an dem sie gerochen hatte, und das noch neben dem Baum-stumpf lag, wo sie es gelassen hatte. Und als Ichim erkannt hat, daß alles, was
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