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Heilige Ereignisse - heilige Zeiten : Weihnachtserzählungen aus der mündlichen Überlieferung
Entstehung
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nenklöstern fand Thordis von Seuss" noch in den sechziger Jahren unseresJahrhunderts eine solche Funktion von Texten apokrypher Provenienz.Bei welchen Gelegenheiten derartige Texte erzählt oder vorgelesen wurden,haben wir schon einmal erörtert. Meist handelte es sich dabei um eine geist-liche Unterhaltung bei bestimmten Arbeitsvorgängen in Klöstern.

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Der nun folgende Text stammt aus Sevilla. Thordis von Seuss hat ihn auchin einem portugiesischen Kloster gefunden, doch dort war die Aufzeichnungvon älterer Hand, und die Textfassung den Klosterfrauen nicht mehr geläu-fig.

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Im Unterschied zu Legenden, die frei erzählt werden und die stärker denHabitus der Umgangssprache mit allen möglichen grammatikalischen Feh-lern und Versprechern aufweisen, sind die textlich fest formulierten Legen-den meist gehobenen Stils. Auch wenn nicht vorgelesen wird, bemüht sichdie Erzählerin und die meisten romanischen Frauen sind exakte Nacher-zählerinnen- um möglichste Wörtlichkeit. Ja, es kann geschehen, daß diezuhörenden Nonnen korrigierend eingreifen, wenn sich die Vortragendeirrt, verspricht oder zu Varianten ansetzt.Doch nun zuerst diese spanische Version:"

( 1) ERZÄHLUNG AUS DEM SPANISCHEN

Die selige, glorreiche und immer jungfräuliche Maria entstammt aus dem kö-niglichen Geschlecht und der Familie Davids. Sie war in Nazareth geborenund wurde im Tempel des Herrn, in der Stadt Jerusalem erzogen. Ihr Vaterhieẞ Joachim und ihre Mutter Anna. Sie war Nazarethanerin von seiten ihresVaters und Bethlehemitin von seiten ihrer Mutter.

Joachim hütete seine eigenen Herden und lebte schlicht und einfach mit gottes-fürchtigem Herzen. Er hatte keine andere Sorge als seine Herden, mit derenErträgen er allen frommen Leuten aushalf, indem er doppelte Geschenke je-nen gab, die sich einem Leben der Frömmigkeit widmeten. So machte er dreiTeile aus seinen Gütern, gleichgültig ob es sich um Schafe handelte oder umirgend eine andere Sache, die er hatte: den ersten Teil verteilte er unter die Wit-wen, die Waisen, die Pilger und die Armen; der zweite Teil war für die Perso-nen bestimmt, die im Dienste Gottes standen; den dritten Teil behielt er fürsich und seine ganze Familie zurück.

Als er zwanzig Jahre alt geworden war, nahm er Anna, eine Tochter des Agar,zur Frau. Und nach dreißig Jahren Ehe hatte er noch weder Söhne noch Töch-ter. Trotzdem machten sie ein Gelübde, daß- wenn Gott ihnen einen Erbengewähren sollte sie ihn dem göttlichen Dienst weihen wollten. Und aus die-sem Grund pflegten sie unterm Jahr gelegentlich der Feste zum Tempel zu ge-hen.

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Es kam das große Fest des Herrn, an dem die Kinder Israels ihre Gaben zubringen pflegten, und Joachim ging vor, um seine Gabe zu opfern. In diesemAugenblick näherte sich ihm der Hohepriester und sagte zu ihm: Es ist dir

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