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In den Veroneser Bergen : Land und Leute in Tregnago und der Val d'Illasi ; Katalog der Sonderausstellung
Entstehung
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HOCHZEIT Die Mädchen heirateten mit 25 Jahren, die Bur-schen hingegen im Alter von 25 bis 30. Wollte einBursche ein Mädchen heiraten, mußte er dessenVater um die Erlaubnis bitten, sie in ihrem Hausbesuchen zu dürfen. Wenn der Bursche dann of-fiziell um die Hand der Tochter anhielt, spieltesich folgende Zeremonie ab:

Vom Vater begleitet, begab sich der Bräutigamins Haus seiner Braut, wo deren Vater ein ge-kochtes Huhn auftischen ließ. In Anwesenheit al-ler Familienmitglieder riẞ er es mit den Händen inStücke, von denen er jedem Tischgenossen einesreichte. Mit dieser Geste sollte zwischen beidenFamilien der Pakt besiegelt werden.

Am Hochzeitsmorgen begab sich der Bräutigam insHaus der Braut und stieg zu ihrem Zimmer hinauf,wo sich mittlerweile all ihre Freundinnen versam-melt hatten, um ihr beim Ankleiden zu helfen.Dort umarmte und küßte er sie und trug sie indie Küche hinunter, wo bereits beide Familien dasPaar erwarteten.

Nach der Trauungszeremonie in der Kirche begabsich der Hochzeitszug ins Gasthaus am Platz, umdann, sobald die Tafel im Hause des Bräutigamsbereitet war, dorthin zu gehen.

In der Regel bestand das Hochzeitsessen aus fol-genden Speisen: Suppe mit einer Einlage ausBandnudeln und Hühnerleber, gekochtes Rind-und Hühnerfleisch mit" peará" und in Essig einge-legtem Gemüse, gebratenes Huhn oder Bratwurstmit gedünstetem Sauerkraut, milder und scharferKäse und hausgemachte, in heißer Asche bereite-te Fladen, Kaffee und Schnaps.

Am späten Abend folgte schließlich der Tanz.Man schuf etwas Platz im Raum und ein Ziehhar-monikaspieler gab einige bekannte Tanzweisenzum Besten.

Damit riskierte man jedoch den Bannfluch desPfarrers, der öffentliche Tanzveranstaltungennicht dulden konnte.

BESCHREIBUNG Wenn sich die Brautleute an der Spitze des Hoch-zeitszuges zur Kirche begaben, wurde ihnen im-DER mer wieder der Weg durch quergelegte, mit ReisigFOTOS und stacheligen Zweigen umflochtene Balken ver-wehrt. Neben dem Hindernis warteten schon einigeAUFDorfbewohner, die als Hexe, Soldaten oder als Fi-DEN guren aus Geschichten, die man sich im Dorf er-zählt, verkleidet waren. Sie verlangten von denAUSSTELLUNGS- Brautleuten Ausweise, zwangen sie, ein GemischTAFELN verschiedenster Säfte zu trinken und Konfetti

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oder Geld abzuliefern. Die gleiche Zeremonie spiel-