Druckschrift 
In den Veroneser Bergen : Land und Leute in Tregnago und der Val d'Illasi ; Katalog der Sonderausstellung
Entstehung
Seite
150
Einzelbild herunterladen
 

Die

DER In unserer industrialisierten Welt hat sich die Ar-beitsspezialisierung derart durchgesetzt, daß kaumSTEINBRUCH noch Platz für den in mehreren Bereichen tätigenHandwerker geblieben ist. In der bäuerlichen Ge-sellschaft hingegen verstanden es fähige Handwer-ker, sehr geschickt mit den Werkzeugen desBedeutung Schmieds, des Tischlers, des Faßbinders und desWagners umzugehen. Der Bauer konnte wenn esnötig war bei kleineren Reparaturen an land-Steins wirtschaftlichen Geräten den Handwerker ersetzen;oder aber er stellte einfachere Geräte selbst her.

des

in Außerdem mußte er auch das Handwerk der Stein-der bearbeitung kennen, zumindest bei zwei wichtigenGelegenheiten: beim Bau der Stützmauern ohne

bäuerlichen Zementierung auf Feldern, die in GeländestufenWirtschaft angelegt sind und bei der Beschaffung von Stei-nen für den Bau der Hausmauern.

Der Steinbruch wurde unweit vom Platz, auf demdas Haus errichtet werden sollte, angelegt. ZumTransport der Steine verwendete er die" sgroia"oder" groia", einen zweirädrigen Karren mit lan-gem Wagenkasten, oder einen zweirädrigen Hand-karren. War die Straße breit genug, konnte maneinen größeren vierrädrigen Wagen benützen. Fürkurze Strecken und eine nicht allzu schwere La-dung stand der" òrco", ein Schubkarren mit nahe-zu runder Bodenplatte und querlaufenden Spros-sen, zur Verfügung. Im Winter gebrauchte derBauer einen flachen, sehr stabil gebauten Schlit-ten ohne Aufsatz, der aus zwei dicken Stämmenbestand, die über 20 cm hoch sein konnten undan der Vorderseite aufgebogen waren. Auf diesenbeiden Stämmen ruhten vier starke Querbalkenaus unbearbeitetem Holz.

Die Die feineren Arbeiten beim Hausbau wurden demSteinmetz anvertraut.Techniken

Ebenso besorgte dieser auch die Errichtung unddes Verschönerung der Kirchen, Kapellen oder Bild-stöcke und baute Schornsteine, Tiertränken, Öl-wannen und die Einfassung von Gruben.

Steinabbaus

Seite 150

Die Steinbrecher besaßen durch ihre Praxis grund-legende Kenntnisse in der Geologie und folgtenbei ihrer Arbeit einer Methode, die schon seitJahrhunderten überliefert worden war.Zunächst wurde die Erde mit einer Schaufel ent-fernt, bis man auf den Fels stieß. Erwies sichdas freigelegte Material als wenig wertvoll, wurdees entfernt und für weniger wichtige Zwecke ver-wendet.