HEUERNTE
DIE Der Waldbestand der Lessinia wurde vom Menschen,der Holz und Weideland benötigte, im Laufe derZeit immer mehr dezimiert. Zuerst wurden die fla-cheren Gebiete abgeholzt, später, mit dem im 16.Jahrhundert beginnenden Bevölkerungszuwachs,auch die steileren und für den Steinabbau ge-nutzten Zonen. So standen der Gebirgsbevölke-rung weite Landstriche zur Verfügung, die siezur Heubereitung nutzen konnten.
Die Wiesen werden im Spätherbst gedüngt, wobeider Dünger( luàme) mit einem Korb( dérlo), einemkleinen zweirädrigen Karren oder einem Schlittenmit Holzkufen befördert wird.
Im Frühling wird der Dünger mit einer eigens da-für vorgesehenen Egge( stràpego) zerkleinert undgleichmäßig auf der Wiese verteilt. Die Egge be-steht aus großen Bündeln von langen Ästen, diein Form eines Dreiecks oder Trapezes angeordnetsind.
Zur Heumahd verwendet man eine Sense( fèro dasegàr), die einen Holzstiel( silón) mit zwei Griffen( manéte) hat.
Der Haselnußstrauch( nissolar), dessen Äste leichtund gerade sind, liefert das Holz für den Stiel,während die beiden Griffe aus dem Holz der Bucheoder des Apfelbaums gefertigt sind.
Bevor der Bauer seine Arbeit beginnt, schärft erdie Sense mit Hammer( martèl) und Dengelstock( pianta) und mit dem Schleifstein( piéra).Nach dem Schnitt und dem Trocknen wird das Heuauf dem Heuboden( téda) gelagert oder im Freienangehäuft, wobei es um einen langen Pfahl aufge-schichtet und im oberen Teil( pigna) mit einemkegelförmigen Hut bedeckt wird.
Zum Heutransport verwendet man quadratischeTücher, an deren Ecken Schnüre und Holzteileangebracht sind, sodaß sie leicht geknüpft wer-den können. Manchmal wird das Heu auch in einemquadratischen Netz getragen.
Wenn das Gelände nicht zu steil ist, verwendetman für den Heutransport einen langen schmalenKarren( gròia oder sgròia). Für kleinere Heu-mengen genügt der Tragkorb( dèrlo).
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