ALMAUFTRIEB
DER In der zweiten Maihälfte beginnt der Almauftriebzu den Hochweiden der Lessinia. Uralte Gepflo-genheiten, die vor allem mündlich überliefert wer-den, bestimmen, auf welche Art und zu welcherZeit die Tiere auf der Alm gehalten werden. DieAlmböden im Hochland der Lessinia waren währenddes Mittelalters im Besitz der Veroneser Klöster.Später kamen sie unter die Herrschaft der Scaligerund blieben bis zum 18. Jahrhundert Eigentum derbedeutendsten Adelsfamilien. Mit den Napoleoni-schen Reformen wechselten sie in den Besitz desortsansässigen reichen Bürgertums.
Die Alm setzt sich aus drei wichtigen Elementen
zusammen:
1. Die Gebäude( Hütte, Ställe): Sie dienen einer-seits als Herberge für die Menschen, andererseitsals Zufluchtsort für die Tiere, zur Milchverarbei-tung und Aufbewahrung von Butter und Käse.2. Das Weideland: Jeder Hektar Boden liefert dasnotwendige Futter für eine Milchkuh, die als Maẞ-einheit( paga) gilt. Einem Pferd kommt der Wertvon zwei, einer Ziege von acht" paghe" zu.
3. Der Wald: Er liefert das für die Milchverarbei-tung notwendige Nutzholz.
Der Größe der einzelnen Sennereien entsprichteine bestimmte Anzahl von Tieren. Sie besitzt so-mit einen ganz bestimmten wirtschaftlichen Wert.Der Pächter der Sennerei erhält einen Anteil vonButter und Käse, der sich aus der Zahl der zurSennerei gehörigen" paghe" ergibt.
In der Römerzeit wurden nur Schafe auf die Hoch-weiden getrieben. Erst ab dem 15. Jahrhundertwurden die Almen in immer größerem Ausmaß auchfür die Rinder genutzt. Nach dem 2. Weltkriegwurden schließlich nur mehr Rinder auf die Al-men geführt.
An einem festgesetzten Tag werden sämtliche Ge-räte und der Hausrat, der auf die Alm gebrachtwerden soll, auf einen zweirädrigen Karren gela-den. Den Leitkühen werden Glocken um den Halsgebunden. Ihnen soll die Herde folgen. Unterdem Gebell der Hunde und der aufmerksamen Füh-rung der Hirten beginnt dann der Almauftrieb.
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