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Wegmüssen
„ Am 4. Februar 1936 wurde im Gasthaus Kirschenhofer ein Jungbauernball abgehalten.Tanzgruppen aus Allentsteig, Groß Haselbach und Göpfritz hatten Volkstänze aufgeführt.
Is de Arbeit a sauer, fürn Waldviertler Bauer,
a Hetz muaẞ do sein, dös siacht jeder ein.78
Am 10. Jänner 1937 war groß angelegter Feuerwehrball bei Kirschenhofer. Es gab Kostümein den verschiedenen Variationen, und alles war lustig.
Seit's lustig und fröhlich zur richtigen Zeit,
dann freut euch die Arbeit, Ihr Waldviertler Leut!" 79
Nach dem wilden Faschingtreiben wurde in manchen Orten am Aschermittwochder Fasching begraben. Nach Rauscher war diese Sitte in den zwanziger Jahre nurnoch selten anzutreffen. Die„ Arbeitsgemeinschaft Waldviertel" berichtet aus Fel-senberg:
„ Früh am Aschermittwoch wird eine Puppe ausgestopft, der, Tattermann'. Er wird in einenMisttrog gelegt. Voran zieht die Musik, die einen Trauermarsch spielt, hinter der, Bahre',die vier Burschen tragen, geht ein als Weibsbild Verkleideter, der die Leidtragende spielt,indem er herzzerreißend schluchzt. Die Puppe wird im Schnee begraben. Hierauf wirdbeim Wirt der, Totentrunk' gehalten. Fleisch, das, ausgefechtet wurde, wird beim Wirtgebraten.
Bei diesen Begräbnissen des personifizierten Faschings ging es meist überaus lu-stig zu. Es wurden Grabreden gehalten, die an Anspielungen und Deftigkeit oftnichts zu wünschen übrig ließen.
Karwoche und Ostern
Am Palmsonntag wurden überall die Palmkätzchen geweiht. Sie wurden einzeln indie Felder gesteckt, und im Haus im Herrgottswinkel hinter das Kreuz und die Hei-ligenbilder. Sie sollten Hof und Felder vor Unwetter schützen.
Am Gründonnerstag- und Karfreitagnachmittag fanden Betstunden statt.
„ Ich kann mich noch erinnern, wie ich vom Feld weggerannt bin, mich schnell umgezogenhab, und für zweieinhalb Stunden in die Betstund gerannt bin. Renn schnell, hat's geheißen,eine halbe Stunde bevor die Feier angefangen hat. Die lange Osternachtsliturgie hat manals Kind nicht mitgemacht, da waren nur der Pfarrer und ein paar Leut. Aber am Abendauf die Prozession, auf die hat man Wert gelegt. Am Karsamstag wurden bei der Feuerwei-he, Brandstöckl geweiht und angebrannt. Da wurden Steckerl geschnitzt und auf ein Bün-del zusammengebunden. Wenn das Feuer entfacht wurde am Karsamstag, hat man die Spit-zen anbrennen lassen. Die Steckerl wurden dann später in den Acker gesteckt, eines oderzwei, je nachdem wie groß der Acker war, und ein Palmzweig dazu. Im Hochamt amOstersonntag fand eine Speisenweihe statt. An diesem Tag sollte als erstes gemeinsam vonden geweihten Speisen gegessen werden."
78 A. Rauscher, a.a.O.79 A. Rauscher, a.a.O.