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Wegmüssen
Zierings
war ein Dorf in der Nähe des Schlosses Ottenstein. Im 13. Jahrhundert war es Sitzeines dienstadeligen Rittergeschlechts der Herren von Ottenstein. Die erste urkund-liche Nennung erfolgte 1177. 1597 beteiligten sich die Zieringser Untertanen am Bau-ernaufstand. 1665 hatte der Ort 32 Bewohner. 1679 ließ Graf Lamberg für Pestkran-ke im Wald bei Zierings Holzhütten erbauen. Zur Zeit der Entsiedlung gab es in Zie-rings 12 Häuser. Sie gehörten zur Gemeinde Heinreichs und zur Pfarre Döllersheim.Zierings liegt heute im Gebiet der Windhag'schen Stipendienstiftung, welche dortdrei neue Bürohäuser und eine Baracke errichtet hat. Zwei alte Bauernhäuser wurdenrenoviert.
3.4. Die Pfarren
Von der Entsiedlung wurden in den Jahren 1938 bis 1942 insgesamt neun Pfarrenbetroffen: Vier davon, die sich unmittelbar auf Truppenübungsplatzgebiet befanden,wurden zur Gänze aufgelöst( Großpoppen, Edelbach, Oberndorf, Döllersheim; inder Reihenfolge ihrer Auflösung), die restlichen fünf( Allentsteig, Großglobnitz,Stift Zwettl, Franzen, Neupölla) waren durch den Verlust von eingepfarrten Orten,welche am Rand des Übungsplatzgebietes lagen, betroffen( vgl. Abb. 63).
Pfarre Großpoppen
Der erste Pfarrort, der aufgelöst wurde, war Großpoppen. Die Entweihung der Kir-che nahm Bischof Memelauer anläßlich der letzten Firmung im Ort am 27. Juli 1938vor. Zum Pfarrsprengel Großpoppen gehörten zuletzt die Ortschaften Mannshalm,Schlagles, Kleinkainraths, Rausmanns, Kleinhaselbach. Die Pfarrmatriken werdenseit der Entsiedlung in der Pfarre Allentsteig aufbewahrt.
Die Gründungszeit der Pfarre ist unbekannt. Sie gehörte ursprünglich zu Altpöl-la, erschien aber bereits 1332 als selbständige Pfarre. 1476 wurde zum ersten Mal einPoppener Pfarrer namentlich genannt. Von zirka 1565 bis 1650 war die Pfarre pro-testantisch. Von 1662 bis 1785 waren die Pfarren Großpoppen und Oberndorf ver-einigt, wobei Großpoppen der Amtssitz des Pfarrers bis 1757 blieb. 1664 ließ derFreiherr und spätere Graf Windhag ein Mesnerhaus bauen, aus welchem sich späterdie Volksschule entwickelte. 1711 wurde bei der Kirche am Friedhof eine neue Ka-pelle errichtet.
Die Kirche, welche dem hl. Johannes dem Täufer geweiht war, war mit ihrerWestfront direkt an das Schloß angebaut. Sie lag auf einem Hügel beherrschend überdem Dorf und war auf drei Seiten vom Friedhof umgeben. Sie war im Jahr 1656 auseiner älteren gotischen Anlage umgebaut und im 18. Jahrhundert um das westlicheStück mit dem Turm verlängert worden. Der Turm war quadratisch und beträchtlichschmäler als das Schiff. Der umgebende Friedhof war im Norden von einer Ziegel-mauer und an den übrigen Seiten von Lattenzäunen begrenzt. Der Hauptaltar derKirche war barockisiert, aber erst 1893 errichtet, weiters gab es zwei einander glei-chende Seitenaltäre. Die Orgel stammte aus dem Jahre 1889.