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Fünf Tage in Sardinien
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schaften, ganz primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiver Art, hängen unter dem Kamin an der Wand, währenddie früher erwähnten zwei Utensilien, sowie auch zahlreiche schüsselartige Stroh-körbe abseits von diesen, an irgend einer Wand befestigt sind. Diese letzterensind immer in der Mitte mit einem buntbestickten Stoffstücke überzogen, hängenübrigens meist auch an den Wänden der Schlafzimmer. Sie werden als Tellerund auch zum Tragen von allerlei Lasten verwendet. In den Schlafzimmernbesteht das ganze Mobilar nahezu nur aus hölzernen Betten und Truhen. Diein den Häusern verwendeten Sessel sind so klein und niedrig, daß sie genauunseren Kindersesseln gleichen. Öfen habe ich nirgends erblickt. Statt dessen be-nugt man zum selben Zwecke tönerne Becken, in denen ein Kohlenfeuer ent-facht wird. Diese werden einfach auf den Fußboden gestellt, der in allen vonmir besichtigten Wohnungen aus Stein war. Sehr häufig erblickte ich in denVorhallen der Häuser schwarzbraune oder violette erdige Klumpen auf Bretternliegend. Es ist dies der Bodensatz des Weines, den man auf diese Art an derSonne trocknen läßt, worauf er dann an Händler behufs Erzeugung von Wein-stein weiter verkauft wird. Mit einigen Modifikationen sieht es in einer sar-dinischen Behausung etwa so aus. Backofen und Küche fehlen mitunter. Dannhelfen die Leute einander gegenseitig aus, indem der Ärmere seine Vorräte ein-fach behufs Verarbeitung in die Küche oder zum Backofen des besser Situ-ierten trägt.

Von den angeblichen Gefahren Sardiniens durch Räuberunwesen oderUnehrlichkeit der Einwohner haben wir gar nichts bemerkt. In dieser Hinsichtscheint vom reisenden Publikum und auch vom Baedeker sehr stark übertriebenzu werden. Die einzige Schwierigkeit für uns bildete höchstens die Sprache, dasich der sardische Dialekt sehr wesentlich vom Italienischen unterscheidet. Aberso kleine Unannehmlichkeiten nimmt sicherlich jedermann gern in Kauf, wenn erdafür ein so hochinteressantes Land wie Sardinien kennen lernen kann.

K. u. t. Hofbuchdruckerei Carl Fromme, Wien.