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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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dem Herzen, so hab auch ich, weil ich ein Jüngling war, dem Mágd-lein, der Rosel, diese Verslein geschrieben:

Aus den Augen, und schon weicht auch die Lieb aus dem Sinne,Jeßt und in ewiger Zeit ist in der Liebe kein Treu.

42. Ein schwanklicher Spruch eines Bauern.

in genugsam schwanklicher Bauer saget, da er bei seinen Mit-zechern war, unter anderm auch das: Kein Winter ist je so kaltund kein Pfaff ist also alt, daß er würde der Kälten gewahr, wannihm die Bauern opfern auf den Altar.

43. Daß sich die Natur nicht andere.

leicher Weis, als sich der Fuchs, wann er ſchon von uns auferszogen wird, nicht enthält unserer Hennen und nicht ändert seinNatur, also schämen sich auch nicht die Undankbaren, ihren WohltäternÜbels zu tun, wann sie auch viel Wohltaten empfangen haben. Undbei den Unsern wird wider die Undankbaren das Sprichwort gesagt:Im eigenen Nest hab ich den Fuchsen auferzogen. Weiter pflegenwir zu sagen: Der Fuchs läßt nicht sein Art. Darauf deutet auchder Spruch der Griechen: Wohltat mag nicht die Natur verändern.

44. Welche mit einer Gewalt lügen.

Man lügen. Denn, wann der

an sagt beim gemeinen Mann, daß die Alten und die, so viel

Alte von seinen Zeiten sagt, kann er nicht gestrafet werden, derhalben,daß keiner von den Jünglingen zu der Zeit gelebet hat; der ander lugtmit Gewalt, denn er redt von Landen, darin die Zuhörer vielleichtnie gewesen sind, oder die sie vielleicht nie haben hören nennen.

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