Anders ist nichts die Lieb, denn ein traurig und fümmerlich Wollust,Nichts, denn ein süßes Leid, nichts denn ersehnete Sorg,
sang ich dazu:
Tausenderlei ist die Pein in der Liebe, ihr Gift schmecket lieblich.Seufzer, Zähren und Schmerz, Sorgen und Qual sind Dein Lohn.
38. Der Mensch soll nicht aus seiner Stirnen beurteilt werden.
D
er Mensch soll nicht allein aus seiner Stirnen beurteilt werden.Wir mögen nicht allein aus den äußerlichen Dingen und demAntlig den Menschen erkennen, dann wir nicht wissen, was innen ver-borgen liege: es sind ihrer viele, die ihr große Schalkheit verbergenund im Antlig große Frömmigkeit zeigen; sagt auch Juvenalis in der2. Satyra: Fronti nulla fides.
39. Welche leichtlich Freunde überkommen:
ie Freigebigen, die Milden, die Mächtigen oder Reichen und dieLeutseligen.
40. Daß die Schöne gefährlich sei eim armen Mägdlein.
ie Unsern wollen, daß Gestalt und Schöne gefährlich sei einemMagdlein, das arm ist und kein Aussteuer hat, derhalben, daßsie von vielen zu unehrlicher Lust begehrt wird um ihrer Schöne willen.Dann vieler Ding Ursach ist, wie Menander sagt, allein die Gelegen-heit und Bequemlichkeit, und sie unterblieben gar oft, wann es an derFüglichkeit manglete. So sagt auch Ovidius:
Foedera servasset, si non formosa fuisset,
und anderswo:
Lis est cum forma magna pudicitiae.
ie ich von den Unsern öfter wider die unbeständigen Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber hab
Wie
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