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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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funden werden minder treffliche und Schalke und verworfene Menschen.Fein kurzweilig hat Kunz von der Rosen bei Kaiser Maximilian daraufgedeutet mit diesen Worten: Wer nicht Huren und Buben in seimGeschlecht hab, der komm und wisch diesen Reimen ab."

25. Daß man sicherlicher den Freunden vertrauen möge, dienun lang bewährt seind.

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lten Freunden und alten Schwertern könne man sicherlich vertrauen,haben unsere Vorfahren gesagt. Dann die haben wir genugsamlang versucht, oft aber haben wir erfahren, daß eines neuen FreundesTreu ungewiß ist. Das lehrt uns auch Diogenes Laertius, der dasagt: Du sollst Dir nicht leichtlich Freunde erwählen; hast Du sieaber erwählt, so sollst Du sie nicht verwerfen.

26. Ein hübscher Spruch eines Jünglings.

wei Gesellen kegelten mit einander, und der jünger hátt schon nicht

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den halben Teil wiedergeben, auf daß ihn nicht der Vater, wann ersinne würde, hart schlüge. Saget der ander: Wer spielen will, dermuß Geld dran seßen; das ist: Wer gewinnen will, muß auch desVerlusts gewärtig sein. Saget denn auch Plautus: Necesse est faceresumptum, qui quaerit lucrum." Darauf seßet ein ander, der dabei-stunde, das gemein Sprichwort hinzu: Weißt nicht, wer fegeln will,muß aufseßen."

27. Wer sich in Gefahr begibt, wird auch Schaden leiden.

Man pflegt zu ſagen: Wer alle Waſſer will anstrinken, der wird

endlich einmal auch ersaufen, das ist: Wer sich in alle Håndeleinmengt und sich den Gefahren und dem Rad des Glücks hingibt,der wird endlich unterliegen. Darauf deutet auch der Spruch, nichtalle Wollust seind gewinnlich, dann wer alles versuchen will, muß

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