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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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Mi

13. Daß ein jeglicher der Ehren begierig sei.

iemand ist, dem nicht die Ehre süß wäre. Dazu sagt Tullius:Omnes laudis studio trahimur, et optimus quisque maximegloria ducitur, und Persius in der 1. Satyra:

Ein

An erit qui velle recuset

Os populi meruisse?

14. Dreierlei Leut mißfallen Gott und den Menschen:

in hoffartiger Armer, ein reicher Lügner und ein greiser Buhler.

15. Vier Ding verkehren alle Gericht.

eiste Gaben, Haß, Gunst und Furcht sind allen Gerichten schädlich

Fifte

Lieb,

und verderben jeglichen Richter.

16. Vier Ding mögen nicht verborgen werden:

ieb, Husten, Feuer und Schmerz.

17. Welche Ding schwerlich können verborgen bleiben.

Dieſe drei Ding mögen ſchwerlich verborgen bleiben: Stroh im

Schuh, ein Spindel im Sack und ein Hur in der Kammer.

18. Daß man den Mächtigen soll dienen.

st ein Sprichwort bei den Unsern, daß man in großen Wassern

I fange groß Fiſche, in fleinen aber fleine; wer alſo bienen will,

der soll lieber den Großen und Gewaltigen dienen, bei denen er in dieHöh kommen und Ehr und Reichtum erlangen kann. Aber im Gegenteilertrinkt man zu often Malen gar leichtlich in den großen Wassern

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