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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Seite
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( ich glaub, er hab einmal sagen hören recenter, für das er verstandenhabe rementere) intres in nomine omnium mille diabolorum"das ist: In aller tausend Teufel Namen soll Dir der Trunk in denLeib fahren. Wann er aber ein Bauern ersahe, der ins Kloster kame,fraget er ihn flugs, was sein Anliegen wäre. So er höret, der Bauerhått ein Begehren an seinen Herrn, beschwaßet er ihn, er sollte fort-gehn, es wäre keine gelegen Zeit, mit dem Herrn zu sprechen; wannaber der Bauer gesagt hátt, er bråchte den Zins oder Getreide odersonst derlei Ding, nahm er ihn behend bei der Hand und führet ihnzum Herrn. Nach etlichen Stunden trat er aber den Bauern an,fraget ihn, wo er daheim wär, und vermahnet ihn, er sollte gehn,dann, so er nicht eilends ginge, würd er nicht mehr an demselbenTag und bei Licht heimkommen; fürchtet, daß er über die Nacht dieGastlichkeit des Klosters könnt in Anspruch nehmen.

Bei

181. Von demselben.

ei den Teutschen ist ein Brauch, daß am Himmelfahrtstag dasBild des Gekreuzigten als eines schon triumphierenden mit Ge-sang erhoben wird bis über das oberst Gebälk der Kirchen zurErinnerung und zum Sinnbild der Auffahrt des Herrn. Als nunMelchior einmal aufgestiegen war zu diesem Gebälk, fand er dortvon ungefähr das Kruzifix, das, wie er vermeinet, zum Himmel auf-gefahren war; saget er im höchsten Unwillen: Du schändlichsterNichtsnuz und Betrüger, was liegst Du da! Wo die Leute glauben,Du seist zum Himmel aufgefahren! O Du Schelm, was versteckest DuDich!" Warf ihn in Grund und Boden, daß er in tausend Stückezersprange. Zu Cannstatt aber war ein Meßner, der schriee am Himmel-fahrtstage die Jünglinge, so ihm zu viel zauderten, vor allem Volk alsoan: Erhebet ihn in aller Teufels Namen", vermeinet den Erlöser; dassaget er nicht zur Unehr Gottes, sondern derer, die also zauderten.

182. Von einem andern Narren.

Mar ein Narr im Algäu, das ist der Teil von Schwaben, der

unter der Herrschaft des Bischofs von Augsburg steht. Alsder Bischof, damals Herr Friedrich, Graf von Zollern, durch das Dorf

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