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Darauf faget höflich der Knecht:„ heiliger Nikolaus, was bist Duein schwierig und harter Roßtäuscher, also daß Du gar viele Bauernmöchtest in diesem Ding glimpflicher finden!"
180. Von Melchior, dem Narrn von Adelberg.
Belchior, der Narr meines Herrn, des Doktors Leonhard Dürr,
wenig zugenommen an Klugheit. Hått einmal ein Dorfpriester einHündlein mit ihm ins Kloster geführt; den Hund reizet Melchior, hebetletztlich sein Kleider weg und zeiget ihm den Hintern, saget:„ Beißmich oder leck mich lieber im Ars." Der Hund aber, gehezt vomPfaffen, fuhr mit einem Biß an des Narren Hinterteil. Darauf er:,, Weg mit Dir in des Teufels Namen, ich scherzet nur mit Dir!"Und als ich ihn neulich fraget, warum er den Hund gereizt hätte,ihn zu beißen, saget er:„ Bei Gott, ich habs nicht im Ernst, sondernnur im Schimpf getan." Als man ihn auf ein Zeit in des Abts Küchenstecket, auf daß er den Köchen dienete, wollt er nicht bleiben, saget, dortgab es kein Ruhetage, dann man müßt auch an Festtagen kochen. Gargerne höret er die Priester Feiertage verkünden, Fasttage aber mit demhöchsten Unwillen, ob er gleich nichts fastet und immer feiert von derVergünstigung des Alters wegen; wann er in der Kirchen hören håttein Priester verkünden ein Fasten, verwünschet er ihn öffentlich undmit lauter Stimme. Als ich einmal in Adelberg, wo ich noch niewar gewesen, bei einem Mahl war, und Melchior, der allweg andes Herrn Tische sitzt, neben mir saße, glaubet ich, weil er still undmit ernsten Falten im Antlitz dasaße, gut gekleidet war und ehrwürdigob seines Alters, er wår einer von den Hausvögten oder etwan derKellermeister, bis daß der Abt saget:„ Melchior, der Herr da bringtuns, daß der morgige Tag mit Fasten zu feiern sei." Darauf sprachMelchior zu mir:„ Was Teufel hat Dich dahertragen! Daß DichGott schände! Wann Du nichts anders bracht hast denn ein Fast-tag, hättest Du können wohl haußen bleiben!" Gerne trank er Wein,sah es aber mit scheelen Augen, so andere reichlich tranken; wanneiner also trank, pfleget er zu sagen:„ Rementere, rementere"
❤ 6 Bebels Schwänke, Bd. II
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