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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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166. Johannes Romingius aus dem Mindeltal von derschwänkischen Antwort eines Studenten.

Im Examen der Magister ward einer gefraget, warum die Hundebeim Seichen ein hinters Bein aufhebeten; antwortet er: Darum,daß sie sich nicht mit dem Harn die Schuh beschmuzeten."

167. Von einem Trunkenen.

in Trunkener brunzet des Nachts neben einem Wasser, so aus einerRöhren floß; da er aber das Geräusch und Geplåtscher des fallendenWassers höret, blieb er die ganze Nacht stehn, dann er glaubet, erließe Harn aus und hörete sein Plätschern.

Folgen etliche Schwank von der Grobheit und Unwissenheitder Priester.

168. Leonhard Clemens von einem Ulmer Pfaffen.

n Ulm war ein ungelehrter und in den Geschriften unerfahrener

I Pfaff, deſſen Kirchlein außerhalb der Stadt gelegen und von dem

Stadttor unser Frauen so weit entfernt war, als der Kalvarienberg, woChristus gekreuziget ward, von Jerusalem; hieß auch darob das Kirchleinzu unsers Herren Ruh. Als der Pfaff nun am Charfreitag den LeibChristi, wie es dann also geschieht, unter großem Zulauf andächtigenVolkes und in Anwesen etlicher Priester hätt ins Grab geleget, dachter mit dem Rauchfaß in der Hand auf das eifrigst nach, was Gebets ersich zur Collekte, wie es dann genannt wird, gebrauchen wollt; bald abererhob er sein Stimme und brach in die Worte aus, glaubet doch, erhått die allerbeste Weis funden: O Gott, Du Herr der Gnaden, gibder Seelen von Deines Hohenpriesters Knecht, dessen Tag seiner erstenGrablegung wir heute feiern, den Sitz der Erquickung und die Ruheder Seligkeit und die Herrlichkeit des wahren Lichtes" usw. Das Volkseufzete vor Andacht, die Pfaffen aber brachen aus in ein hell Gelächterob der Dummheit des Pfaffen.

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