Druckschrift 
Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Seite
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163. Wernher Maier von Münster von eim einfältigen Bauerund einem Meßner.

in Bauer, der zum Altar gangen war, das Sakrament zu empfangen,vergaß in seiner Blödigkeit, den Mund zu öffnen. Zwei, dreimalsaget ihm der Priester:" Tus Maul auf!" Als er aber dessen ausallzu großer Einfältigkeit kein Achtung hátt, schriee der Meßner unwillig:,, Tus Maul auf, der Teufel mög es Dir gesegnen", wie es dann derUnsern Brauch ist, so sie ein Speis oder was anders verwünschenwollen. Darob wären alle in ein laut Gelächter ausbrochen, wannes nicht die heilige Zeit verboten hätte.

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164. Der Licentiat Matthias Krez von eim schläfrigen Knecht.

Coin Knecht in einem Wirtshaus ſchlief einmal in den Mittag hinein

und vernachlässiget die Pflichten seines Dienstes. Derhalben er-zürnet sich der Hausvater und erwecket ihn endlich mit großem Ge-schrei: Warum, Du schläfriger Esel," saget der Herr, schläfst Dubis in den hellichten Tag und hast kein Sorg auf Dein Arbeit?" Ant-wortet der Knecht: Vor vierzehn Tagen bin ich im Bad gewesen,daraus, glaub ich, sollest Du mir verzeihen. Dann es pflegen, alsdie Erfahrung lehrt, die Leut nach dem Bad gar oft in ein schwerenund langen Schlaf zu verfallen. Also ist es denn heute auch mir er-gangen." Darauf der Herr: Du guter Gesell, wann Du mußt all-wege so lange Zeit nach einem Bad schlafen, wirstu mir kein tauglichKnecht sein; darum mach Dich eilends wo anders hin!"

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165. Ein närrische Einladung.

ollt einer sein Nachbarn zum Mahle einladen und, wie er ver-meinet, ein treffliche Bewirtung ausrichten; er saget also: GuterNachbar, komm heute in mein Haus und mit mir; wann Du wirstdie Speisen mitbringen, will ich von Dir nichts sonst fordern, denn dieBezahlung des Weins."

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