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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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Tag lang unter der Ringmauer; da er mit seinem Hunger nichts aus-richtet, ging er wieder heim und strafet den Fürsten der Lügen, daßer gesagt håtte, man könnte das Schloß mit Hunger bezwingen, under håtte nichts ausgerichtet, ob er gleich schier vor Hunger gestorbenwåre.

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148. Von demselben.

16 er auf ein Zeit hätt umbracht ein brütende Gans, übernahmer von Stund an das Amt des Brütens, auf daß die Eier nichtverderbeten; da ihn einer anschriee, pfiff er zum ersten wie ein Gans,als der aber mehrmals schriee, saget er: Schrei nicht also, daß Dumir die Eier nicht erschreckest und sie kein Junges bringen." Sind abervon ihm noch viel ander gute Possen, die ich noch nicht hab könnenerfahren.

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148. Von zweien Toren.

wei närrische Brüder wollten von einer Eichen Birn brechen; siekamen übereins, daß der eine hinaufstieg und schüttlet, der anderunter dem Baum aufklaubete. Als aber der oben mit all seinem Schüttelnnichts richtet- wie sollt auch ein Eichbaum Birn bringen, klagetder unten, daß sein Bruder die Birn allesamt selber fråße und ihmnichts überließ; hinwiderum klaget der oben, daß der ander unten alleBirn fråße, die er herabschüttlete. Aus solchem Streit kamen sie zuStreichen; wie sie aber wieder seind eins worden, hab ich noch nichterfahren.

150. Ein schimpflicher Spruch eines Bauernmågdleins.

Estliche Edelleute ritten am Neckar, unſerm ſchwäbischen Fluß, bei

Bauernwäscherinnen vorüber. Da denen die Füß vor großer Kålterot waren, fraget einer von den Junkern: Warum sind Euer Füßso rot?" Antwortet ein Bäuerin: Darum, daß wir Feuer in den Fersen

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