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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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ginge mit der Last Schwänze gar fröhlich des Nachts heim. Da erdarum gescholten ward, saget er, er hätt ebenso gern als seine Herrenein hübsch und schön Vieh.

130. Von Peter Maier.

Auf ein Zeit war ich mit Peter Maier von Ingſstetten in dem

Wirtshaus unter dem Schloß Justingen. Da nahm ich sein undeines andern Hand und saget: Ich gib Euch zusammen in den heiligenEhestand"; unwillig riß der einfältig Mensch sein Hand weg undschalt mich: Es ist nicht geheuer, in einer so ernsten Sach zu scherzen;schnell würd eine Straf dasein vom Bischof, dessen Geizigkeit auchgeringer Fehler aufspürt." Dann er glaubet, dabei war der Schei=dung und des Bischofs Gewalt von nöten.

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131. Von den Räubern.

auben und Schagen war weder bei unsern Vorfahren für einSchand geachtet, noch halten es heutiges Tags etliche Edelleutfür unehrlich. Wie gar es aber zuwider sei der menschlichen Gesellschaftund Freundschaft und zuwider dem Recht der Natur, Gottes, derMenschen und der Völker, hab ich dargetan in der Controversiascientiae et ignorantiae, ebenso in meiner Republica Bewindana, dieich jetzt in der Arbeit hab. Als aber neulich ein Edelmann der Räubereihalber gescholten ward, antwortet er fein schimpflich: Gut und heil-sam ist es, daß Räuber auf dem Erdreich seind: dann niemand ist inZweifel, daß die Kaufleut mehr durch Wucher, denn durch redlichenVertrag reich werden, derhalben sie auch der Allmächtige nicht zuließezu den Sizen der Seligen, es wäre denn, daß wir, so wir ihnen dasErwuchert wegnehmen, ihre Sünden geringer machen, auf daß sie endlichkönnten eingehn in das Himmelreich."

132. Von eim groben Bauern.

inmal hátt ein edle Frau ein groben, starken Bauern zu ihr geladen,auf daß sie sich ein Nacht ersättigen möcht an seinem Beilager;der Bauer aber, den mehr der Schlaf, denn die Venus plaget, ward

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