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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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Bauer, er hátt auf diese Sach kein große Müh gewendet, sonderlichder Ursach halber, daß er nie hátt können oder wollen, von dem Dingvermeinet die Beicht zu leben oder sich davon zu nähren. Einander Bauer ging hinaus zur Kirchen, dem begegnet wieder ein ander,der fraget ihn, ob die Wandlung schon vorbei wár. Ich weiß nicht,"saget er ,,, dann solcher schlechter und geringer Ding hab ich kein Achtung."Ein ander, so mir wohl bekannt ist, sollt am Tisch des Herrn dasAbendmahl empfangen. Der ward von ungefähr eines Pfeifers gewahr,der in der Fastnacht hátt zum Tanz aufgespielt; dem saget er imHinzugehn zum Altar leise: O Konrad, was wollen wir nach Osternfür ein frei und fröhlich Leben anrichten!" Gabe damit sein From-migkeit genugsam zu verstehn.

122. Von einem Hechinger.

iner von Hechingen war mit etlichen Herren ins heilige Land ge-zogen; und wie sie bei Rhodus hätten angelegt, und die Ordens-brüder, die schier allen Landen der Christenheit entstammen, von der.Neuigkeit wegen und die Fremdling zu sehn, wies schon geschieht,herzukamen, sprang er mitten unter sie und saget: Ist nicht etwanunter Euch ein gut Gesell von Hechingen?" Ein lächerlich Spruch.Jeßund aber heißts, im Flecken Marbach seind gut Gesellen, weißaber nicht, woher das Sprichwort komme.

123. Von Wolfgang Österle, dem Bettler und Leckersbuben.

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16 Wolfgang Österle, der einmal war in eines Bauern Haus überNacht auf einer harten Bank gelegen, des Morgens ein Gans-feder hått in seinem Haar funden, saget er: Ach, wie hart undübel bin ich heut Nacht auf der einen Feder gelegen! Wie mag eserst denen ergehn, die zu öftest Malen wohl auf tausend oder mehrFedern ruhen!"- Derselbe ward auf ein Zeit von einem Edelmannheftig gescholten, darum, daß er die Hosen, die ihm dieser geschenkt hátt,verkauft hatte; da antwortet er: Wie sollt ich sie behalten mögen,

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