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119. Von eines Dorfschultheißen Frau.
16 einer war zum Schultheiß der Bauern erwählet worden, kaufeter seiner Frau ein neuen Schafpelz. Das Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib aber in ihrerHoffart, zum Teil von wegen des neuen Kleids, zum Teil, weil ihr Manndurch das Amt war geehret worden, ging am Sonntag mit stolz er-hobenem Haupt in die Kirchen, das Rauh am Pelz nach außen. Eben warddas Evangelium gelesen, und alles stunde derhalben auf, sie aber legetsichs aus, als ob man ihr wollt Ehr erweisen; dacht sie auf ihren vorigenStand und saget:„ Sizzet still, ich denk wohl, daß ich auch arm war."
120. Von einem, der nicht ein Lied, sondern ein Leid machet."
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ls der Ritter Egolf von Rietheim, ein trefflicher Herr im Friedenwie im Krieg, in dem Dorf Wahl, da er hauset, hátt um teuers Geld,ein herrlich Kirchen erbauet mit Werk und Fleiß des trefflichen MeistersBurckhard von Augsburg, kame zu ihm ein Poet, der ihm selber seinerGröblichkeit nicht bewußt war, und sange unter den Verslein, die erzum Lob des Ritters und des Meisters, heiß von Apollo begeistert,geschrieben hátt, zum Spott Virgilij und des ganzen Altertums auchdiesen Spruch:
Construxit templum miles inclytus illud Egolffus
Von Riethaim senis centumque quindecim.( das ist MDVI).Hoc quicunque vides, artes huius conspice viriArtificis Burckardi, petiere orare deum.
121. Von einem Bauern, der beichtet, und von andern Bauern.
E in Bauer zählet dem Priesſter ſein Sünden gar gröblich und unge-
schicklich auf, ward derhalb von dem Pfaffen gestrafet von wegender Säumnis und Unwissenheit der so heilsamen Beicht. Anwortet der
1) Im Original: De quodam crimina non carmina faciente.
*) Hier der Versuch einer„, metrischen" Verdeutschung:
Die Kirchen erbauet der herrliche Ritter Egolfus
Bon Rietheim in sechs, hundertmal zehn und fünf.
Wer Du auch schaust die Kirchen, betrachte dieses Manns Kunstwerk,Des Meisters Burckhard; begehrten beten zu Gott.
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