Druckschrift 
Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Seite
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104. Wider ein Hahnrei.

ist ja ein guter Mann; Deinesgleichen gibts nicht auf der Erden.

Bin ja ein guter Manni Deinensteigen gibre nicht auf

105. Das Leben des Vergnügten und Gesunden.

o Du willst gesund leben, so laß Dir einmal im Jahr an derAder, zweimal im Monat geh ins Bad, einmal in der Wochenumfange die Venus, zweimal im Tag und trink, und in der Nachtschlafe ruhig und gut.

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106. Von einem Narren.

in Narr bat einmal sein Herrn, er sollt ihn nach der gläubigenChristen Weis zulassen zur Empfängnis des heiligen Abendmahls.Wie er nun zum Altare trat, reichet ihm der Priester ein Rettigschnigfür das Sakrament; wie der Narr davon genossen hátt, saget er:,Du süßester Gott, wie bist Du so bitter!"

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107. Von den Bettlern.

ie auf ein Zeit in einem Gespräch der Bettler Erwähnung ge-schahe, daß sie ein so groß Meng Kinder hätten, saget einer darüber: Die Ursach, warum sie mehr Kinder haben, ist nicht schwerzu verstehn: sie legen sich nämlich ohne Sorg zusammen, dann sie ge-wißlich wissen, daß die nicht sie, sondern wir müssen auferziehen. Siemachens selber und wir müssen sie auferziehen mit unsern Almosen."

108. Von einer groben Lügen.

Siner rühmet ſich, er wäre schier ganz Europam durchzogen, ſonder-

lich Italiam; fraget man ihn von der Stadt Venedig und vonihrem köstlich Gebäu. Da antwortet er: Von Venedig kann ich nichtviel sagen, dann ich bin durch diese Stadt nicht mehr denn einmal

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