nicht nach seim gewöhnlichen Brauch einherginge, antwortet er, zuvorhått er mit dem Sehn zur Erden gesucht die Schlüssel des Klosters,nun er sie aber funden, bedürft es nicht mehr des Suchens.
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99. Von einem Abt.
Ich hab gekennet ein Abt, der war von einem Edeln in einer Ver-sammlung der Herren des schwäbischen Bunds gescholten wordenvon Ehebruchs und Hurerei wegen. Er antwortet:„ Sollt ich denn dieEselinnen nicht ficken dürfen?" Drauf der Edelmann:„ Und wenn Dudas getan hättest, so wärest Du doch nur angangen Dein eigen Art",zielet damit auf sein Unwissenheit.
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100. Von einem Bruder Minoritenordens.
u Tübingen war ein Mönch des Minoritenordens von der Nicht-observanz, wie man gemein sagt, mit uns in einem Wohlleben.Wie er fröhlicher war worden, getrieben vom fröhlichen Baccho, sageter, er wår mit dem Kaiser Maximiliano im Krieg zu Verona gewesen,und er wollt wieder zu ihm ziehen. Als er nebenzu gar wenig keuschredet von den Werken und dem Dienst der Venus, saget ich:„ Ichhätte gemeint, Ihr hättet auch die Keuschheit in Euern Gelübden."Antwortet er:„ Es ist wahr, drei Ding hab ich gelobet, aber also: Armutim Bad, Gehorsam bei Tisch und Keuschheit am Altar." Wendet sichhernach zu mir und sprach:„ Auch bei Euch, die Ihr wollt fürgelehrt gehalten werden, werden Ding gefunden, so ungeheuerlicher sinddenn jegliches Ungeheuer: Der Theolog, entweder ein Trunkenbold,oder lüstern oder geizig, der Jurist falsch und unrecht, und der Arztoft selbst nicht gesund, ohne daß er ihm selber könnt helfen; stimmtauch gemeiniglich dieser aller Leben nicht zu ihrem Stand."
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101. Von der Böhmen Ungeistlichkeit.
ie Böhmen haben den Irrtum, daß bei ihnen die Laien täglichungebeicht zum Tische Gottes gehn. So war auch eine Bauerin,die auf ihren Armen ein Gånslein truge, das sie in der Stadt wollt
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