Hinrich mit ou is deſZuseks komen!
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88. Von eim trunkenen Boten.
ei uns in Schwaben wird ein gerechter, unvermischter Wein einRapp geheißen. Ein Bot, so nicht minder weinsüchtig, dennschwänklich war, überlude sich mit solchem Wein mehr denn billig, alsodaß er ihn schier nicht mocht ertragen, sondern ihn des Nachts ausdem Fenster seiner Schlafkammer spiee. Am andern Tag ging er zudem Priester, bei dem er war in Herberg gewesen und saget:„ GuterVater, was habt Ihr für ein heftigen und scharfen Rappen; heutNacht hat er sich im Koller kopfüber aus dem Kammerfenster gestürzt."
89. Von einem Pfaffen.
in Pfaff sahe, wie er in der Wandlung sollt aufheben den LeibChristi, in seinem Garten ein Bauern auf ein Baum steigen undÄpfel abbrechen; da rief er ihn an:„ In des Teufels Namen sollstDu hinaufsteigen!" Dieser Red verwunderten sich die Zuhörer, dieden Bauern nicht hätten hinaufsteigen sehn, und vermeineten, der Pfaffhått also auf den erhobenen Christum geredt.
90. Von Kaiser Maximiliano, einem Geschmähten und den Juden.
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ei Kaiser Maximiliano beklaget sich einer aus seiner Kanzlei, wieer geschmäht würd in eim schändlichen Reimen und teutschenLiedlein, und bate den Kaiser, daß ers wollt durch ein Edikt verbieten.,, Das werden wir", antwortet der Kaiser,„ nicht leichtlich können tun,auf daß sie nicht etwan auch auf uns ein Teil des Lieds übertragen.Leids geduldig, wie es auch wir willig gelitten haben. Solche Reimenvergehn wieder so schnell, als sie gåhlings hervorkommen, und währennicht so lang, als das Christus surrexit, davon uns einmal einJud klagt hat, daß es nun ein längern Bestand habe denn MD Jahr.Dann der Jud saget: Wie kommt es doch? Oder unter was unglückseligem Stern geht es doch zu, daß man aller Gesäng wird müd voreim Jahr, das jeßgenennete aber bleibt immerdar? Und, über das,wie geschiehts denn, daß, wo doch bei uns alle Todschlåg in einem
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