selten geschieht, und saget, er müßt so schon oft bis auf Mitternachtsißen, wollt er das Gut alles verzehren, was er von seiner Pfarr hått;sollt er noch mehr dazu haben, so müßt er Tag und Nacht wachen, daß eralles verzehrete."
72. In dem Leiden Christi sei mehr Erlogens, denn Wahrheit.
Neut
eulich spottet einer mit Arglist der Bauern, sagend, im LeidenChristi wår mehr Erlogens, denn Wahrheit. Das nahmen ihm aberdie Bauern für übel und wollten ihn mit Martern zu einem Widerrufzwingen, bis er letztlich ihrer Torheit spottend, saget:„ Ich hab rechtgeredt, lieben Brüder, dann Christus redt wenig, aber wahr, die Judenaber reden viel, aber alles erlogen Ding."
IT
73. Ein wahre Geschichte von eim einfältigen Bauern.
unser schwäbischen Alb, nicht weit von meiner Heimat, ist ge-wesen ein einfältiger alter Bauer, der hátt aus lauter Einfaltund Unachtsamkeit eines Befehls unsers Herzogs von Württembergversäumet; derhalben kame der Vogt in seinem Dorf zu ihm und dräuetihm mit dem Turm und nicht geringer Straf. Da saget der Bauer:,, Lieber Vetter Hans, handle nach Deinem göttlichen Willen, aber ichbitt Dich, Du wollest mir gnädig sein; dann wär ich verständiger, hättich weniger verschuldet."
NH
74. Matthias von Hoheneck von den Mönchen.
eulich bin ich mit eim Edeln, einem sonderlich schwänklichenMann, in einem Kloster gewesen, darin viel genugsam ungelehrterBrüder waren. Da er ihre Grobheit vermerket, saget er:„ Mit wasMittel oder Kunst, frag ich, werden diese Mönche den christlichenGlauben verteidigen, so es die Not heischen sollt?" Ich saget, ichwußt es nicht; drauf sprach er:„ O Du Unweiser, wo findest Du besserTrinker, denn die sind? Gleicher Weis nun andere ihre Widersacher mitDisputationen überwinden, so werden die sie vollsaufen und allenobstegen."
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