in das Karthäuserkloster, darein er sich ergeben hátt, geführt und mitwunderbarer Kunst lang bei ihm behalten, versteckt unter einem Tisch;danach ward es durch ein Bratengeruch offenbar, sonderlich dadurch,daß man auf ihn hátt ein großen Argwohn geworfen, weil er seinSpeis und Trank immerdar hått bis auf den letzten Rest verzehret.Ward also mit ihr ausgestoßen und durchstreifet danach mancherlei Land.Als dieser Doktor, sag ich denn, auf ein Zeit von eim trefflichenMann ermahnet ward, er sollt nicht so offenbarlich lügen, daß er nichtSchaden erlitte an seinem Ruf, seiner Kunst und seinem Ansehn, ant-wortet er:„ Ich wills nicht tun; dann ich müßte schier fünf Jahr langvergeblich die Wahrheit sagen, ehe daß ich mich des Geschreis eines Lügnersentledigete, mit dem ich nun öffentlich verschrien bin. Und diese Jahrwill ich lieber frei sein in meinen Reden, dann ich nicht weiß, wielang ich leb; so ich bald sollt sterben, so war ich vergeblich wordenein Diener der Wahrheit."
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67. Von der Arglift der Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber.
ine Frau hátt einen Jüngling lieb; da sie aber nicht füglich kunntmit ihm zusammenkommen, ihn auch nicht öffentlich anzusprechenwaget, gebrauchet sie sich dieser Arglist. Sie beichtet einem Mönch, der desJünglings Nachbar war:„ Ihr habt, guter Vater, als Nachbarn einenJüngling", benennet ihn mit Namen, der oft hin und wider-geht vor meinem Haus, mich begehrlich ansieht und mich, wie ich dannbesorg, in bösen Ruf bringen wird. Ich bitt Euch, befehlet ihm, daßer seinen Gang måßige." Dadurch, hoffet sie, daß der Mönch mitdieser Red den Jüngling bewegen würde, sie zu lieben. Der Mönchverhieß ihr ihren Willen und handlet darüber mit dem Jüngling, deraber, weil er sich nichts schuldig wußte, und ob er gleich des Weibs Glossar ::: zum Glossareintrag WeibsTrug verstunde, die Sach nicht weiter verfolget. Zum andern Mal ließdas Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib ein Gürtel und ander weibliche Zier aus Gold verfertigen,ginge zum Mönch, beklaget sich, daß ihr der Jüngling hátt den Schmuckgeschenkt, und bat ihn, er sollt ihm die Geschenk wieder zurückstellen.Der Mönch gab die Sachen mit großem Unwillen und Schelten demJüngling zurück, dessen Eigen sie, wie er glaubet, waren. Als nicht
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