geredt, und erschraken darob also, daß sie bei der schnellen Flucht schierden Atem verloren. Der ander aber folget ihnen und rief:„ Ich bittEuch, wartet, ich will mit Euch gehn." Aber je mehr er schriee undeilet, liefen sie noch viel mehr, so daß sie schier halbtot vor der Stadtaukamen und sich erst über ein gute Weil zur frühern Kraft erholeten.
60. Von eim andern Gehenkten.
Ou einem, den man henken sollt, kamen Beguttenschwestern, ihn zu
wären Töchter Gottes. Da saget er:„ So kommt, bitt ich, näher her,wir wollen Hochzeit machen,"( aber mit viel unzüchtigern Worten) ,, weilwir so ein reichen Schwieher haben."
61. Von einem, der beichtet, wie er eine Klosterfrauen gehabt hätte.
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eichtet einer, wie er ein Klosterfrauen gehabt hätte; der Priesterwollt ihn von dieser schändlichen Lieb abziehen und saget, dieKlosterfrauen wären tot vor der Welt und sollten allein Gott ergebensein und dienen. Da antwortet er:„ Lieber Herr, es ist nicht also,dann sie hat sich dermaßen unter mir geübt, daß sie einer lebendigenganz gleich gewesen ist; dazu sind sie auch nicht Gottes allein, sondernwerden zum mindern an Werktagen auch Menschen zu Willen."
62. Von einem Mönch.
in Mönch ward gefraget, wie lang er war in seinem Orden ge-wesen; saget er:„ Vierzig Jahr, aber all diese Zeit bis auf dasJahr ist kein Ordnung) in mir gewesen."
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63. Von eim andern.
Is ein ander Bettlerordens war aus fremden Land ins Klosternach Horburg kommen und vorgesetzt ward den andern als Prior,nåhret er öffentlich aus dem Kloster ein Hürlein, dann etwan die Mönch
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¹) Ordo== Orden und Ordnung.