Druckschrift 
Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

Da sie es nicht wußten, aber heftig begehreten, es zu wissen, saget erendlich, weil sie ihm dafür Verheißungen machten, die Ursach wardas: Bald die Flöhe der Speise satt wären, hätten sie bei den Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibernauch dabei einen Fluß und Wasser, wo sie könnten den Durst löschen.Darauf saget eine, sie hätte nie empfunden, daß sie dorthin gangenwären, sich zu wässern. Antwortet er: Das geschieht darum, daßsie nicht haufenweis hinziehn"; zielet damit auf die Mächtigkeit diesesFlusses.

Di

54. Welche die Beherztesten seind.

ie ihre Herrn nicht fürchten um St. Martinstag, wo man dennbei uns pflegt die Zins und Gült zu bezahlen, den Wolf imJänner, den Bauern in der Fastnacht und den Pfaffen in der Fasten,wann man ihm soll beichten, das sind die beherztesten Leute.

55. Welche rechte Toren seind.

in treuer Liebhaber seines Buhlen, ein frommer Spieler und einbarmherziger Landsknecht, die werden für rechte Toren geachtet.

56. Von einem Juden.

in Jud gab einem Christen im Scherz eins an den Backen und

den andern darbieten; der Christ aber warf ihn nieder und schlug ihmdie Haut voll. Saget der Jud: Du handelst aber nicht nach demEvangelium." Antwortet der Christ: Ich handle nach der Gloffe."Saget wieder der Jud: Ich seh wohl, Euer Glosse ist hårter, dennder Text selber, und widriger, denn der Gesetzgeber gelehret hat."

I"

57. Von einem Kranken.

n Riedlingen an der Donau lag einer krank, der ward von seinerSchwester, einer Beguinen, mit viel Worten ermahnet, er solltsich mit dem heiligen Sakrament versehn lassen. Er aber schlug es

28