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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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Sach, daß ohne Geld kein Ort der Seligkeit sei? Es wird übel ge-handelt mit uns, die wir sind ins Schlechtere reformiert worden.

48. Von der Ehrgeizigkeit der Pfaffen und Bischöfe.

Sis der Abt von Fulda mit dreißig gewappneten Pferden, er selbst

in Ulm einritte, saget der Kardinal: Herr Abt, ist etwan auch St. Benedikt, Euers Ordens Stifter, mit so viel und wohlgerüsten Pferden ein-hergeritten?" Drauf der Abt: Ehrwürdiger Vater, sind etwan auchdie Kardinál St. Peters mit so hübsch bedeckten Mauleseln, über-güldten Sätteln, seiden Zäumen und solcher Pracht und Rüstung dahin-zogen?" Hat denn der eine durch seine Frag, der ander durch die,so er ihm zurückgeben hat, anzeigt, daß der geistliche Stand vonseiner Heiligkeit und Mäßigkeit sei verfallen in die schändlichstenSitten und argen Überfluß.

49. Ein Trug eines Franzosen.

in Franzos, wie denn dieses ein listig und arg Volk ist, entlehnetvon einem Bürger zu Pavia hundert Gülden und versezzet ihmein güldene Kette dagegen. Ginge danach zu des Mannes Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib undfaget: Nimm hin diese hundert Gülden und pflege eine Nacht meinesWillens." Durch die Liebe zum Geld gereizt, bewilliget sich das Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibdarein, wie denn der Pfennig das best Instrument ist, alle Schamund Zucht zu überwinden. Nachdem der Franzos seine Lust gebüßthátt, ging er zu dem Mann und heischet die Ketten, er hätt dieGülden seinem Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib geben. Weil sie nicht läugnen kunnt, war siedem Franzosen ohne Gab zu Willen worden.

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50. Von denen von Straßburg.

ie von Straßburg schickten ihre Gesandten zu Heinrich, demsiebenten, dem römischen Kaiser, auf daß sie ihm sollten ihrenGehorsam vermelden und um Bestätigung ihrer Freiheiten bitten; die

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