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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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haben anzeigt.( Wir werden aber daraus gelehret, daß man in allenSachen das End soll vorbetrachten; wie man dann beim gemeinenMann im Sprichwort hat: Ehe wiegs, dann wags.)

36. Von einer einfältigen kranken Bauerin.

I'm obern Schwabenland oder Algau war einmal eine Bauerin frank

hátt um das heilig Sakrament, war sie derweil, eh der Priester kame,wieder gesund worden, und der Priester trafe sie nicht daheim. Der-halben suchet man sie, und ward sie auch in eines Nachbarn Hausfunden; und wie sie den Priester hätt gesehn, schriee sie zu demFenster des Nachbarn hinaus:" Ihr mögt wohl wieder hinziehn, guterBater! Gott sei gelobt, ich bedarf des Christi nimmer, dann ichbin gesund worden." Der Priester aber befliß sich, auf daß er denweiten Weg nicht vergebens getan hátt, sie zum Empfang des heiligenSakraments zu ermahnen. Saget das Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib: Wie viel muß ich Dirgeben, wann ichs empfange?" Der antwortet: Ein böhmischen Pfennig."Sprach wieder die Bäuerin: Set es nur her auf den Tisch; wannetwan ein armer Mensch sein bedürfen wird, der solls dann kaufen."

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37. Von dergleichen.

Ich hab einen Priester gekennet, der hat zweimal schier fünf Meilenweit müssen zu einem Bauern gehn, daß er ihn versehe mit demheiligen Sakrament; und immerdar, so oft er kame, war der Bauerdieweil frisch und gesund worden und wollt das Sakrament nichtempfangen. Endlich saget der Priester, den der weite Weg arg ver-droß, zum Kranken: Werd Du gesund, wie es Dir gefällt, dasAbendmahl mußt Du jezt nehmen." So ward der Bauer gezwungen,es zu empfangen.

38. Von einem Affen.

Sin Doktor der Arznei zu Mailand war so heftig krank, daß månnig-

lich an seinem Leben verzaget. Als das sein Hausgesind, Knechtund Magdlein, vermerketen, trug ein jeglicher hinaus, was ihm nur

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