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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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mindern. Antwortet das unwissend Maidlein: Es ist nicht von nöten,der Vater hat erst nächten ein ganzen Eimer voll hineingossen."

Ein

31. Wiederum von dem.

ander Wirt trug bei der Nacht mit heftigem Schnaufen vielWassers in den Weinkeller; wie das einer sahe, der bei ihm hätteinkehrt, hebet er an mächtig Feurio zu schrein und die Leut aufzu-wecken, auf daß sie löschen kämen. Saget der Wirt zu ihm: Warumschreist Du also?" Antwortet der Gast: Ich meinet, es brennete indem Keller, so Du so viel Wassers zutrágst."

Ar

32. Wieder von demselben.

n dem Bach Schmich in meiner Heimat liegt ein Dörflein, dasden Namen von dem Wasser hat; da war ein Wirt, den manauch argwöhnig hielt, er führete sein Wein oft in die Trank. Ausdem Grund warfen ihm etlich gute Gesellen in das Gefäß, darin erihnen den Wein auftruge, kleine Fischlein hinein. Als nun der Wirtin das Glas einschenket, ward er der Fischlein gewahr, wendet sichderhalben zu den Gästen:" Fürwahr, jetzt bekenn ichs frei, ich hab zuviel Wasser in die Weinfässer gossen, anders wären die Fischlein nichthereingeschwommen."

Ein

33. Von der wunderbarlichen Tauf eines Priesters.

in Pfaff sollt ein Kindlein taufen, da fand er im Lesen in demBuch: Salta per tria, das heißt: Spring drei Blatt herum, dortwirstus finden; er aber verstunds nicht und sprang um den Tauf-stein. Darauf sageten die Bauern: Herr, was tut Ihr da, so habenwir nie taufen sehn."" Es ist schon recht so," antwortet er ,,, die andernhaben die Wort nicht verstanden." Wie er dann weiter las: Immergeintus, das ist: Tunk( das Kind) hinein, verstund er: Immerda intus,das ist: Scheiß hinein, ließ also die Gevattern abtreten und schieß in

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