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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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12. Von einem Bauern in Derendingen, der Gott den Tod

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gewünschet hat.

ie auf ein Zeit der Hagel die Weintrauben schier alle verschlagenhått, sprach einer aus dem Haufen der Bauern, das war einÜbeltat der Heren. Darauf die andern aus einem Mund: Ei so mögensie alle eines bösen Tods sterben." Der älteste aber unter ihnen saget,es war vielmehr das Werk Gottes. Sprang einer aus der Mittenhervor und saget: Ei, so sterb auch er und nehme kein guten Tod!"

13. Von einem Henker, der da ist ein Priester worden.

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in Henker aus Franken kam hinein nach Böheim und ward dortunter den Kezern ein Priester. Als ihn aber einmal einer, demer wohlbekannt war, fraget, wie das zuginge, daß er von einem soschändlichen und unehrlichen Handwerk erst wär zu einem Priestergeraten, da antwortet er: Wie das Volk, so der Priester."

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14. Von eim Trunkenen.

Is sich ein schwänkiger Mensch mit mancherlei Weinen hått so an-gefüllet, daß ers nimmer in ihm erhalten mocht, saget er inGegenwart seiner Gesellen zu den getrunkenen Weinen: Haltet Ein-tracht mit einander und vertragt Euch, oder ich will Euch beimFenster herauswerfen."

15. Von den Bauern und dem Wolf.

tliche Bauern hätten gefangen ein lebendigen Wolf; nun sind sieden Wölfen aber håßlich feind, so gar, daß sie auch den toten vielGrimmigkeit beweisen. Da beratschlageten sie lang, was sie ihm wolltenfür ein große Straf auflegen. Sprang aber einer mitten aus ihnenhervor, der zwei Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber hátt, und riete, man sollt ihm zwei Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibergeben; schwur dazu bei seinem Eid, daß es kein größere Marter gåbe,und daß er nicht glaubete, daß sie möcht erfunden werden.

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