den Brief am Nachmittag geschrieben. So hat mirs Bernhard Hüßlinerzählt.
B
135. Eines guten Gesellen guter Schwank.
ei den Schwaben ist ein Sprichwort, wann der Tag St. Jo-hanns, des Taufers, heiter ist, so sollen die Haselnüsse wohl ge-raten. Als das im verschienen Jahr also war eintroffen, und der ge-meine Mann schrie, wie da würden viel Haselnüß wachsen, antworteteiner, daß darum auch würden die Wiegen teuer werden; und da manihn um die Ursach fraget, saget er, es würden viel Magdlein schwangerwerden, dann viel junger Gesellen, wie er wohl wüßt, mit den Töch-terlein der Bauern würden um der Nüsse halber hinaus in den Waldgehn und dort mit einander der Liebe pflegen.
136. Von einem Abt.
in alter Abt, der ganz grau war, ging auf der Straßen zweienMagdlein vor und fraget, ob er ihnen sollt das Brot leihen( dannalso ist es Gewohnheit bei den Unsern, das Beischlafen zu umreden).Da antwortet die eine aufs allerhöflichst:„ Wir haben daheim schim-melig Brots genug"; wollt damit deuten auf sein grauen Schopf undsein Unvermögenheit.
137. Von einem Vogler.
in Vogler zu Zwiefalten finge, da er der Jagd oblage, daneben anzu beten und saget:„ Vater unser, der Du bist in dem Himmel";wie ihm die Sach nicht vorwärts ginge nach seinem Gefallen, wünscheter die fallend Sucht herbei und das höllisch Feuer, saget dann wiederweiter:„ Geheiliget werde Dein Name." Als es ihm aber nicht rechtglücket, schalt er wieder:„ Daß Dich Gott und die Teufel müßtenschånden", und fuhr fort:„ Dein Wille geschehe als im Himmel soauf Erden." Da aber sein Sach gar kein gut wollt tun, hebet er wiederan zu fluchen und vertrieb also den meisten Tag mit Beten und Lästern.
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