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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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dann wohl schmecket." Das Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib aber, die sich ein wenig schämet,hátt des Pfarrers Wort nicht eigentlich gemerkt und saget derhalben: Lieber Herr, nicht ich, sondern das Kind hats getan." Darauf derPfarrer zornig ward und saget: Ei so schicke Gtt dem Balg diehinfallend Sucht! Wann er sich in seiner ersten Jugend so unzüchtigvor eim ehrwürdigen Priester stellet, was wird er dann in seinemAlter tun!"

De

124. Von eim schwankigen Koch.

er trefflich Theologus Wendelin Steinbach, derzeit Rektor derSchul zu Tübingen, hátt ein Koch, mit Namen Wilhelm, einschwänkigen Menschen, der selten nüchtern war. Der saget neulich zueim gutartigen Jungen: Weißt Du die Ursach, warum Dein Hinterein so schändlichen Gestank hat?" Als der Junge zuerst geschwiegen,sprach er: Ich will Dirs sagen: Die Hebamm hat das Teil zuerstversäumet und nicht genugsam abgewaschen." Drauf gab der Jungeunbesonnen und unversehens also Antwort: Hör auf, so zu wähnen,dann die Luft ist dort so vergift und stinkend und der Wind, der durch-wehet, nicht das Ort an ihm selbst."

125. Von einem Pfaffen und einem Teufel.

in grober und sonderlich ungelehrter Pfaff wollt von einem beses-senen Menschen ein Teufel austreiben und saget: Male spirite,veni exterius!" Da antwortet der Teufel: Nolo." Der Pfaff:" Quare nolis?" Der Teufel: Quia rumplas in grammaticam."Der Pfaff: Bonam est latinam, dum te fugabo ad latrinam."Drauf der Teufel: Was müßt das für ein heilloser Teufel sein, demDu ein Seel entführtest. Dann welcher Mensch so närrisch ist undDir sein Seel vertraut, wird zum allerwenigsten die Wochen einmalselbst dazuschauen müssen." Daher kommt das alt Sprichwort, damitwir die ungeschlachten Pfaffen verspotten.

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