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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib und saget: Gang heraus mit mir, mein Grete, der Pfaff sollmit seim Partikel an den Teufel rühren, Dich wird er heute nichtanrühren."

121. Von einem Mönch.

Ich hab einen Bruder predigen hören, einen von der Observanz;als der einmal hart redet wider die Hoffart, so mit den Klei-dern getrieben würd, und das Ärgernis, beschloß er zuletzt mit denWorten: Die Buhlen in unser Stadt strecken ihre Läß so weit ausden Hosen hervor und schoppens mit so viel Tüchlein auf, und so dieMezzen wähnen, es seind Zumpen, so sind es Lumpen."

122. Von einem, der sterben sollt.

iner, der zum Sterben war, saget zu eim Freund, der bei ihm stunde:,, Meinst Du, daß ich sterben werde?" Antwortet der: SammleDich und Dein Gewissen, auf daß Du Gott, dem Herrn, Rechenschaftgebest Deines vollbrachten Lebens, dann Du wirst bald sterben undnimmer leben." Drauf saget der Kranke: Bring mir mein Hosen."Fraget der ander: Wozu bedarfst Du dessen?" Antwortet er: Daßich, wann ich stirb, mein Hintern bedeck, auf daß mir nicht die Würmfónnen hineinschliefen."

123. Von eim taufenden Priester.

in Priester, der ein Kindlein sollt taufen, sprach voran, wie es derBrauch ist, die Teufelsbeschwörung; und da er im Lesen kam aufdas Ort, darin da steht: Er spüßet auf die Erden und machet einKot," wollt die Frau, so das Kindlein hielte, Staub von der Erdenlangen, bucket den Rücken und ließ, da ihr der Ars aufging, einenerschrecklich lauten. Da der Pfarrer solches höret, hielt er still inseinem Handel und saget: Sehet, wie haben meine Wort so eingroße Kraft: ich hab dem Teufel geboten, er soll ausfahren; er istausgefahren und hat die ganze Kirchen voll Gestankes gemacht, wie Ihre

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Bebels Schwänke, Bd. I

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