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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Seite
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War

97. Von einem Gotteslåsterer.

ar einer zu Rottenburg am Neckar, der von greulicher Gottes-låsterung wegen zum Tod verurteilt war, daß man ihn sollteertränken. Und als er nun hinausging, und die kleinen Buben eilendsnachliefen, daß sie bei der Sach dabei wären, wendet er sich gegendie nacheilend Buben: Verschnaufet ein wenigs und eilet nicht sogar; dann ich selbst gehe gemach und werde doch auch bei dem Spieldabei sein."

98. Ein Zeugnis eines von Tübingen.

Du Tübingen war einer zu einem Zeugen berufen, der gab ein ſolches

Zeugnis: Ich bin gelegen und hab geschlafen, hab es aber nichtsdesto minder gesehn und gehört, daß er den Kläger mit der Hauenhat zum Kopf geschlagen; das weiß ich aber nicht, ob er ihn hab troffen."

Neulich

99. Wider das römisch Hofgesind.

Deulich saget einer in einer Versammlung etlicher Gåst, wie zu Romso große Untreu wår, wie man den Glauben verkaufet, und wiedas Gesind des apostolischen Hofs über die Maßen erpicht war aufsGeld, was er selber dann in seinem Säckel etlich mal erfahren hått.Darauf antwortet einer, sie täten wohl und nach ihrem angestammtBrauch; dann wo sie es nicht tåten, so wichen sie ab von der Artihrer Vorfahren und der Gründer der Stadt, die Diebe und Räubergewesen wären.( Redt damit auf Romulum).

3

100. Von eim Trunkenen.

Ou Schelklingen war ein Torhüter, der hätt sich eines Nachts ineim Wirtshaus also voll trunken, daß er kaum mehr Vernunfthátt, und man ihn heimführen mußte. Unterwegen aber fiel er, weildie, so ihn führten, ich weiß nicht wie, nicht fleißig hätten aufgesehn,

PWLL

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