Maximiliano. Wie nun einer auf ein Zeit in Gegenwart des Grafenzu bemeldtem Kunzen saget, wie er so geschwind gewichen wår, antwortet er:„ Es ist wahr, aber baß behender denn ich ist gewesen derGraf Philipp, der mir im Fliehn um zwei Meilen vorkommen ist."Und wendet sich nun gegen den Grafen und saget mit gutem Schwankvon seiner Flucht: Herr von Ravenstein, wie hastu ein gutPferd, das so geschwind lauft; dann als ich vor Müde meines Rosseshab müssen still halten, bistu mit dem Deinen mit aller Gewalt undSpornen noch zwo Meilen weiter geritten." Dieser Graf ist jetzt zuGenua gesetzt zu einem Hauptmann von König Ludwig, der gar ofterzeiget hat, was er für ein Gemüt trage gegen die Teutschen. Dasist die wahr und rechte Histori der Schlacht bei Therouanne, die aberdie französischen Chronifschreiber mit mancherlei Farben fein verdecken,dawider ich seiner Zeit ein Mehrers werde schreiben in meiner Apologiafür den Kaiser Maximilianum gegen Robert Gaguin.
95. Von einem einfältigen Bruder.
in Laienbruder, der sich bekehrt hått, ward von seinem Vater undPrior hingeschickt gen Köln, daß er ein Roß verkaufete. DerFrater bande das Roß an einen Pfahl und ginge davor in seinHolzschuhen hin und wider, anstatt daß er nach Brauch der andernauf dem Roßmarkt umhergeritten wäre, ob er etwan ein Käufer fände.Wie endlich ein Bürger von Köln zu ihm kam und ihn fraget, waser da tắt, antwortet der Bruder:„ Ich weiß es nicht." Darauf derBürger: Weß ist das Roß?" Sprach der Bruder:„ Ich soll esverkaufen." Saget wieder der Bürger: Mit Deinem Hiersißen wirstDus lang nicht verkaufen." Sprach der Bruder: Was gehts michan? Ich frage nichts nach solchen Dingen." Saget wieder derBürger: Ists auch gut?" Antwortet der Bruder:„ Ich glaub, wannes gut wår, würdes unser Vater nicht verkaufen." Da der Bürgerdes Bruders Einfältigkeit innen ward, kaufet er ihm das Roß um dasGeld, deß es wert war, ab und schicket ihn heim. Bei uns ist annochdas Sprichwort wider die Versäumigen oder die kein Fleiß anwenden:Er fragt nichts nach solchen Dingen.
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