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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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88. Von einem gewissen Volke.

iner, der bei mir großen Glaubens ist, hat mir erzählt, wie ergehört habe, als irgendwo eine Volksversammlung beratschlaget,ob man dem Kaiser Maximilian Kriegsdienste leisten sollt, wår einer,da man die Sach durch einen Eid hått fest machen sollen, aufgestandenund hätte gesagt:" 3um ersten haben wir geschworen, daß wir keinjährliche Besoldung von Fürsten empfangen wollen. Zum andern habenwir geschworen, daß wir mit keinem Fürsten in den Krieg ziehen wollen.Zum letzten haben wir die Unsern mit eim Eidschwur wieder abgefordertvon Mailand. Auf daß wir also jeßunder einen Meineid vermeiden, gibich meinen Rat, daß wir mit einem Eidschwur bekräftigen sollen, daß wirhernachmals nichts von dem halten wollen, was wir geschworen haben."

89. Ein lustig und lächerlicher Spruch.

átt ein Edelmann ein Botenläufer; dem begegnet, als er ihn von

einander waren, in sein Flecken hátt heimgeschickt, ein Einwohnerdes Fleckens, der ihm selber der weiseste gedäuchte. Der fraget, wiees denn bei den Unsern der Brauch ist, was für neue Mår er bringet.Da antwortet der Bot, es war wenig neues, doch hätte man zu Augs-burg einen verbrennet, der ein Falscherei begangen hátt. Und wieder Bot gefragt ward, was es für Falscherei wår, saget er, er hätthinter dem Ofen, wo denn gewöhnlich nicht kleine Hiß ist, Schneegedörret und getrocknet und ihn dann für Salz verkauft. Das glaubetder töricht Mensch, erzählet es allen Leuten und ward an allen Eckenzum Gespott, der sich doch vermeinet, all Ding zu wissen. Es ist einwahre Geschicht und mir wohl bewußt.

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90. Von eim faulen Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib.

Is ein faules Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib von ihrer Faulheit wegen einmal arg vonihrem Mann geschlagen ward, finge sie an zu weinen und zuschreien: Warum schlagst Du mich, hab ich doch nichts getan!" Dasaget der Mann: Darum schlag ich Dich ja, weil Du nichts tust."

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