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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Seite
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Frau, an der doch

nichts, das einer Krankheit gleich wäre, erschiene,in das Bad såße. Da antwortet die Magd, die Frau würde geplagtvon der Sehnsucht, daß sie ein Kindlein gebåret. Drauf saget derPriester:" Ich will Dir ein bessern Rat geben: zu Tübingen sindviel junger Gesellen, die man Studenten nennet, und zu Stuttgartviel Chorherrn; an denen Orten möcht etwan einer funden werden,der ihrer Natur gemäß wár, von dem sie empfangen könnt. Sindauch noch gar viel Klöster, wo sie etwan ein glatten Mönch bekommenmöcht, der zu der Handlung tauglich war." Da antwortet die Magdmit Seufzen: Alles haben wir versucht, aber nichts hat helfen wollen."Spricht wieder der Priester: Ei, man hått das öfter und auf mancherleiWeg versuchen müssen."" Ich besorg eben", saget die Magd, obuns nicht gerade das geschadet hab."

69. Ein feine Histori von einem Edelmann.

Ich kenn ein Edelmann, der, als er mit viel andern Edelleutenbei einem Wohlleben war, seinen Knecht heimlich hinwegschicket,daß er ihm sollt zuführen ein gutes Töchterlein, die bei ihm überNacht lieget; und wann ers bråcht, sollt er zu einem Wahrzeichenſagen, es war ein Fuchs da, wo aber nicht, sollt er sagen ein Has.Wie der Diener die Sach nach Wunsch und Begehren des Herrnausgerichtet hátt, ging er zu ihm, hátt aber vergessen, was Fuchs undwas Has deutet; wie nun der Herr fraget: Ists ein Fuchs oderHas?", antwort er: Ich weiß bei Gott nicht, ob es Fuchs oder Hassei, aber die Hur ist unten im Stall." Machet also allen die Sachoffenbar, die der Edelmann hat heimlich halten wollen.

70. Von eim kranken Bauern.

Fin Bauer, der frank lage, ward von seinen Nachbarn, wie esdann der Brauch ist, vermahnet, daß er sich zu Gott bekehretund mit dem heiligen Sakrament versehn ließe, bis daß er seinenWillen darein gab. Dieweil aber die Nachbarn den Pfaffen holeten,

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