M
ergriffen hátt.
Dan sagt, daß in Schaffhausen ein Scherer gewesen sei, der, alser einmal beim Eintritt in sein Haus ein Ehebrecher auf seinemWeib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib liegen hat funden, gesagt hab:„ liebes Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib, wann Du solcheSach in Sinn hättest, warum bist Du nicht an ein heimlichers Orthingangen? Dann Du kannst selbst erwägen, wie übel es sich würdereimen und wie wenig schicken, wann ein Fremder herein wår gangen."Hieß den Ehebrecher weggehn.
Wa
67. Von einem Lügner.
aren an einer Abendzech etliche jung Gesellen, die waren zuRed, wie es so ein schrecklich Ding wäre, so ein Mensch alleinbei der Nacht reisen müßt. Dabei war auch ein ruhmredig Prahler,der saget, er wår in einem Jahr mehr denn vierhundert Nächt, undalle ganz finster, durch Wald und Feld geritten. Drauf fraget einander mit Liſt: hat nicht unterweilen der Mond geschienen?" Sageter ja, aber die mondhellen Nächt hätt er nicht mitzählt. Als er aberendlich von den andern war überwiesen worden, daß in einem Jahrgar nicht also viele Nächt seind, hieß man ihn, er sollt etliche nach-lassen. Und es ist ins Sprichwort kommen, daß zu einem, der eineSach mehr denn billig und allzu reichlich gerühmt oder beim Zählenübertrieben hat, ist gesagt worden:„ Laß etwas ab!" Er verantwortetauch seine Lügen nicht anders, dann daß er saget:„ Also zu rechnen."Auch das ist bei uns, und durch mich, ins Sprichwort kommen, daßeiner, der zu stark der Wahrheit fehlt, gezwungen wird zu sagen: Alsozu rechnen.
68. Ein schwankliche Fabel von einer hübschen Frauen.
I'm Wildbad war ein reiche hübsche Bürgerin, deren Schöne undZierlichkeit des Leibs keinerlei Krankheit anzeigen tát; darumforschet ein Priester von ihrer Dienerin, von was Ursach wegen die
76