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63. Von dem Propst zu Ellwangen.
ls sich Herr Albrecht von Rechberg, Propst zu Ellwangen, seligenGedächtnis ein Zeit lang Studiums halber zu Tübingen aufgeshalten, aber, wie er selber sagt, wenig Nußen geschaffen hátt, ritt er,wie er wegziehn wollt, mit viel Dienern auf den Markt, hieß den Stadt-vogt aus der Ratsstuben heraussehn und saget also:„ Stadtvogt, sosich etwan ein Klag oder Argwohn erheben sollte, daß ich Kunst undWissenschaft von Tübingen hinwegführet, bitt ich Dich, Du wollest michentschuldigen; dann ich nimm Dein Haupt und aller Einwohner derStadt zu Zeugen, daß es nicht wahr sei."
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64. Von einem, der ein Habicht fraß.
in Bürger von Biberach empfinge von eim Edelmann zum Geschenkeinen Habicht, auf daß er ihn sollt bereiten, das ist, daß er ihnahm machete und nüßlich zum Wildwerk abrichtete. Er aber hätt ver-standen, er sollt ihn bereiten zu einer Speis, sezzet ihm also den Edel-mann, den er zu Gast gebeten hått, gebraten vor. Voller Verdruß undUnwillen tat der Edelmann die bauerisch Grobheit des Bürgers månnig-lich kund.
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65. Von einem Wirt und einem Wandrer.
Dehret ein Wandrer bei einem Wirt ein, der warf, als der Tischzum Essen nicht genug trefflich und nach seim Gefallen bereitwar, einen Teller aus dem Fenster hinaus. Da der Gast dies gesehenhátt, warf er alle Kannen und Trinkgeschirr und was auf dem Tischwar, hinten nach. Als der Wirt darob unwillig fraget, warum er dastát, da antwortet er: ,, Ich hab gemeinet, wir werden vielleicht drunteneffen."
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