truge, von seinem Herrn wollen nichts nehmen und begehret nichts anders,denn nur Streich, die er auch, wie die Sach offenbar war, leichtlicherhalten hat. Und wie nun der Türhüter dastunde, daß er für seinTeil sollt geschlagen werden, schrie der Pfaff:„ Ich gib Dir frei dreiTeil der Schenkung und behalt mir allein ein Teil." Erlanget so,daß der Türhüter heftig zerblauen ward.
&
57. Von einem Mägdlein und seinem Buhlenein wahre Histori.
egen ein gar wackers Mágblein entbrennet ein junger Gesell inLiebe, so daß er bei ihr anhielt, sie sollt ihn bei ihr lassen liegen;sie aber schlug ihm solches kurz und gar ab. Als er aber in seinemBegehren verharret, saget sie zwar noch nicht ja, fing aber an, etwasgemachsamer zu widerstehn, derhalben der Jüngling ein gute Hoff=nung empfieng und sich gegen der Nacht, eh denn sie schlafen ging,heimlich in ihr Bettstatt verbarge. Wie endlich das Mägdlein kamund unversehener Sach seiner gewahr ward, erschrak sie und hätt einGebahren, als ob sie mit zornigem Geschrei seine Kühnheit wolltfúnden. Der Jüngling, der besorget, daß er vom Hausvater ergriffenwürde, saget:„ Ich bitt Dich, schrei nicht also; so es Dir gefällt, willich gern wieder gehn." Darauf das Mägdlein:„ Von dem Gehn sagich ja nichts; das allein verdrießt mich übel, daß Du so hochmütig bistund Dir so wohl gefällst, daß Du Dich hast hereinkommen getraut."Als nun das Mägdlein in dieser Nacht schwanger ward, nahm sie derJüngling zur Ehe. Diese Histori hat er nachmals selbst in einerZecherei erzählt.
58. Von einer Nonnen, die ein Bauer geschwängert hat.
diesem Jahr MDVII hat ein Bauer nicht weit von Tübingeneine Begutten, oder so ich recht denk, ihrer zwei geschwängert,darum er von seiner Mutter übel gescholten worden. Da antworteter ganz schwanklich, wie wohl er sonst ein grober Mensch war:" Mutter,
72