es nicht ein lange, sondern ein gar kurze Zeit; denen aber sei sie lang,die mit Wachen darauf acht haben.
40. Von einem Pfaffen und einem Meßner.
in Pfaff und ein Meßner waren um ein Stück Geld übereinskommen,daß der Meßner an einem Fest- und Feiertag das Opfer allerder Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber, bei denen der Pfaff gelegen wår, sollte zu sich nehmen;und wie deren eine zum Altar hinzutrat, saget der Pfaff:„ Nimm!"nämlich das Opfer. Wie letztlich nach vielen auch des Meßners Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weibhinzuginge, saget der Pfaff:„ Nimm!" Der Meßner sprach erschrocken:„ Das ist mein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib." Drauf der Pfaff:„ Nimm nur, lieber Bruder;ich will Dich in der vereinbarten Sach nicht betrügen." Also geschiehtden Spöttern, daß sie oft den andern zu Spott werden.
41. Von einem Bauern, der Sankt Niklasen anrief.
in Bauer, der im Kot des Weges mit eim beladenen Wagen sotief war stecken blieben, daß er ihn mit den Rossen nicht konntherausziehn, wendet sich an die Macht der Heiligen und rief die Hilfdes Sankt Niklasen an, dem er zu seiner Ehren eine Kerzen verlobetdie so schwer als der Wagen wår. Wie ihn ein ander vermahnet,Roß und Wagen wären nicht so viel wert als das Wachs, sprach er:,, Schweig, wann er mir zu Hilf káme, die Kerzen würde schon kleinerwerden." So machen wirs alle: in Noten verheißen wir viel und sindgar freigebig mit den Opfern, die wir den Heiligen verloben; kommtsaber zur Ausführung, dann sind wir karg und trág.
42. Von einem, der sollt gehenkt werden.
Sinem Dieb, der zum Galgen geführt ward, war, wie es der Brauch
ist, ein Priester der Stärkung und Tröstung halber zum Begleitergeben worden; der verhieß ihm, wo er zur Buß für seine Missetatenden Tod willig auf sich nehmet, die ewige Seligkeit und beteuert ihm
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