20. Von dem Geiz und der Ehrsucht der Welt.
is neulich einer heftig losfuhre wider die Prieſter, die reiche Pfrün-den besitzen, saget einer, die Christen hätten zu wenig Priester,Juden und Edelleut;„ denn", saget er ,,, wann genug Juden wären,so nahmen die Christen kein Wucherzins. Wann genug Priester wären,dürft einer nicht haben mehrere Pfründen. Und wann genug Edelleutwåren, so möchten nicht Tag für Tag so viel Bauer und Bürger begehren,adelig zu werden."
A
21. Von eim Gaukler.
ls einem Gaukler, der mit etlich Edeln zu Tisch saße, die kleinenFischlein, ihnen aber die großen vorgelegt wurden, fing er an,viel Fischlein zu betasten, jetzt zum Mund, jetzt zu den Ohren zu heben,mit ihm selbst heimlich zu reden und letztlich zu weinen. Und wie ihndie Edelleut fragten, warum er solches tát, saget er:„ Mein Vaterwar vor Zeiten auch ein Fischer und ist in einem Wasser ertrunken;wie ich jetzt die Fischlein frag, ob sie ihn nirgends gesehn haben,sagen sie, sie seind noch viel zu jung, daß sie von solcher Sach wissenkönnten, ich sollt die ältern darum fragen." Als die Edelleut solchesverstunden, haben sie ihm die großen vorgelegt, sie zu fragen oder viel,mehr zu essen. Das ist ein Fabel meines Vaters Henrici Bebelii>der gestorben ist am 26. März des Jahres des Herrn MDVIII, dessenSeel ruhen mög im heiligsten Frieden.
22. Von Matthias, dem Narren des Abts von Marchtalüber der Donau.
ગ્ર
"
Is der Abt des Klosters Marchtal ein schönen Palast zu bauenvorhätt und über diese Sach mit den Seinen lang beratschlaget,trat sein Narr Matthias vor und saget: Wie närrisch bist Du doch,o Abt, daß Du dir unnötig zu schaffen machest. Sig in Dein Stubenbei eim guten Wein und nimm Dir ein feiste Huren und dien Gottin guter Ruh!"
58