ling, der an dem Fieber litte, von ihm eine Arznei begehret, die ihnaber lagierete. Wie der Arzt die beiden Tränklein gemacht hätt, ver-wechslet er sie um einander, und erhielt der Jüngling das Diasatyrion,der Greis das Abführmittel. Der Jüngling war die ganze Nacht vomStänder und ohne Larierung veriert und mocht es schier nicht ertragen,daß die Arznei wirket, dessen er nicht begehret; der Alte aber, als ersein liebe Braut umfangen hått und den Venuskampf fechten wollt,hat das ganze Bett und die Braut beschissen, und sein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib mit solcherKraft besprüzet, darin die Alten am meisten vermögen, also daß siedie erste Nacht baß fröhlich gewesen ist.
iner trug in der ganzen Welt herum ein Paar Stiefel und wolltsie nur eim solchen Mann schenken, der sein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib nicht förchtet;und als er lang keinen fande, der sie nehmen wollt, nahm sie zuletztdoch einer, nämlich ein ungeschickter Bauer. Dem saget er:„ Da nimmaber auch die Schmier dazu und steck sie ein, daß Du sie damit salbest."Weil aber der Kerl ein neues und weiß gewaschen Hemd anhátt, spracher:„ Bei Leib nicht, mein Frau würd mich übel empfangen, wo ichdas Hemd beschmieret." Da nahm der Fremd seine Stiefel wieder, schlugsie ihm um den Kopf und saget:„ Heb Dich an den Galgen, der DuDein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib in einem so kleinen Stück fürchtest und mich hast betrügenwollen"; zog also wieder davon, und ich glaub nicht, daß ers schoneinem hab billig schenken können.
17. Von einer gar schönen Art der Rache.
iner hätt sein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib also lieb, daß er saget, er möcht nicht leiden,daß ihms einer anrühret, weil er lebet. Aber über ein kleine Zeit,als er mit ihr durch einen Wald ginge, zwang ihn ein Reiter, ihm dasWeib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib zum Erkennen zu überlassen und selbst dieweil des Rosses undder Kleider zu hüten. Wie die Frau vom Reiter wiederkame, schalte sieden Mann heftig, wie er hätt können gedulden, daß sie von eim
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