mit dem Rennspieß, den er führet, durch das Eis und kam also mitdem Roß herdurch. Auch erzählet er sonst viel unglaublich Ding,darum er von vielen ein Lügenschmied, nicht Nagelschmied genennetist worden.
9. Von einer guten Dirnen.
Schalte neulich einer ein gute Tochter, ſaget, ſie wär die größte
Sie saget:„ Das ist nicht wahr, dann mein Mutter istnoch eine größer Hur, die mich Hur getragen hat"( vermeinet: imBauch);„ ich aber trag frommer Leut Kinder"( vermeinet: auf demBauch).
10. Von eim wucherischen Pfaffen.
Ich hab ein Pfaffen gekennet, der neben den kirchlichen Pfründen,
die Hennen für jedes sechste Ei verborget und mit mancherlei List undWucher groß Gut zusammengescharret hátt. Wie er aber endlich einGreis ward, fing er auch an zu denken an das Heil der Seelen, der=halben er in einem Städtlein Stiftungen gemacht, ein Kapellen undein Predigeramt neu eingerichtet und gegründet hátt. Als wir davonin einer Gesellschaft höreten, saget einer, der Pfaff war ganz und garähnlich dem Schuster, den man den Herrgottsschuster hátt genennet,dann er das Leder hått gestohlen und die Schuh um Gottes Lohn her-geben. Was ist es núß, aus der Armen Blut Gott ein Opfer bringen,der viel lieber Gehorsam und Beobachtung seiner Vorschriften wolltdenn ein Opfer, sonderlich wann es aus dem Raub und Blut derArmen bestehet.
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11. Von einem andern, zänkischen Pfaffen.
ch hab ein andern gesehn, der pfleget zu sagen, daß er in keinerSach mehr Gewinns hått, denn so er mit den Bauern raufet;dann für eine Wunden, die er einem Bauern schlaget, empfanget er allzeitzwo oder drei.
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