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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Seite
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1. Philesius von den Juristen.

in Jurist, der behauptet hått, die Männer seiner Kunst wärenumgänglich und dienstlich, empfinge die Antwort, sie waren nichtsanders denn Zungendrescher, und wie sich das Zunglein an der Wagenzu der Schalen neigete, wo das Gewicht schwerer war, so tåten sichauch die Advokaten, Sachwalter und Rabulisten mit mehr Gunst derHändel derer annehmen und mehr für die eintreten, die reich mit Gutbegabt wären, und kümmerten sich gar nicht derer, bei denen Armutund Enge zu Haus wår.

2. Von einem Fürsten, der gegen sein Gebot schwor.

In

dem Rat eines Städtleins, aber in Abwesen ihres Fürsten, ward

sollte gestraft werden; wie nun der Fürst hinkam und ihm, der selberein frech und hoffårtiger Mann war, die Sach anzeigt ward, wischeter flugs hervor: Boß Fleisch"( wie die Unsern schwören) das gefälltmir wohl." Als sich aber die Ratsherrn und Zuchtmeister einanderansahen und lachten, so beteuerte er beim Herz und Leib Gottes, erwollt den ohn alle Gnad strafen, der ergriffen würd, daß er schwür,bedacht nicht, daß er alsbald und öfter tåt, was er den Seinen verbote.

Wie

3. Von eim jüdischen und eim getauften Wein.

ie ich neulich mit einem Gefährten in ein Wirtshaus kame, warduns ein allzu wässeriger Wein aufgeseßet; da redet mein Gefährtden Wirt an, es gefiel ihm überaus übel, daß Christus damals dieKunst hätt gelehret, daß man aus Wasser sollt Wein machen, dann

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